“Arriving in Berlin“

Interaktiver Stadtplan als Wegweiser für Flüchtlinge

Berlin kann schon für Berliner unübersichtlich sein. Eine neue Karte soll Flüchtlingen helfen, sich zurechtzufinden. Nur eines fehlt.

Ausschnitt des Stadtplans „Arriving in Berlin“

Ausschnitt des Stadtplans „Arriving in Berlin“

Foto: Haus der Kulturen der Welt / BM

Wo finde ich einen Doktor, der Arabisch spricht? Wo die nächste Bibliothek mit kostenlosem Internetzugang? Und wo kann ich an Deutschunterricht teilnehmen? Für Flüchtlinge, die nach Berlin kommen, gehören diese Fragen zum Alltag. Eine neuer Stadtplan soll helfen, sie zu beantworten.

“Arriving in Berlin“ steht als Online-Karte zur Verfügung – auf Englisch, Arabisch und Farsi. Sie informiert über zahlreiche Einrichtungen und Angebote in der Stadt, die durch farbliche Logos gekennzeichnet sind: Ärzte und Anwälte, Beratungsstellen und Behörden, Öffentlicher Nahverkehr und Polizeiwachen, Einkaufsmöglichkeiten und Sportplätze.

Ein Klick auf das Logo liefert die jeweilige Adresse, Telefonnummer und Website. Flüchtlingsunterkünfte sind nicht eingezeichnet – um sie nicht zu einem möglichen Ziel von Anschlägen zu machen, wie es auf der Seite heißt.

Macher wollen Stadtplan kontinuierlich erweitern

Erstellt wurde der Stadtplan von vier Flüchtlingen einer Gemeinschaftsunterkunft der Berliner Stadtmission in Zusammenarbeit mit dem Haus der Kulturen der Welt. Die Verfasser berichten auch von ihren eigenen Erfahrungen. „Das erste Problem nach meiner Ankunft war, alle nötigen Unterlagen und einen Doktor zu finden“, sagt Alhadi Aldebs, ein Händler aus Syrien.

Die Macher fordern dazu auf, ihnen Hinweise für Erweiterungen der Karte zu schicken. Kommenden Freitag, 17 Uhr, soll das Projekt im Haus der Kulturen der Welt in der John-Foster-Dulles-Allee 10 präsentiert werden.

Das Land Berlin stellt im Netz ebenfalls Informationen für Zuwanderer zur Verfügung, die Broschüren stehen mehrsprachig zum Download bereit. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) gaben im September als erstes Nahverkehrsunternehmen in Deutschland einen Netzplan für Flüchtlinge heraus.