Best of Berlin

Keine Zeit für den Berliner Herbstblues

Die Tage werden kürzer, das Wetter immer kälter. Tristesse kommt in Berlin deshalb noch lange nicht auf. Eine Auswahl.

Baden, saunieren, entspannen: Das „Liquidrom“ in Kreuzberg bietet das perfekte Ambiente zum Abschalten und Erholen.

Baden, saunieren, entspannen: Das „Liquidrom“ in Kreuzberg bietet das perfekte Ambiente zum Abschalten und Erholen.

Foto: LIQUIDROM

Kreuzberg: Musik im Kerzenschein und Vollmondnacht im Solebad

„Wie jeden Sonnabend findet heute wieder ab 20 Uhr unsere ‚Nacht der Lichter’ statt. Dabei erstrahlt das Liquidrom bei Livemusik im Kerzenschein“, sagt Betriebsleiterin Nicola Nagel. Am Dienstag (27.10.) steht eine besondere Veranstaltung an: die „2. Lange Vollmondnacht“. Bis 3 Uhr morgens können die Besucher bei Farben, Lichtspielen und Live-Musik im warmen Salzwasser treiben. In den Saunen werden ab 19 Uhr besondere Aufgüsse wie ein „Honigmond-Aufguss“ angeboten.

Liquidrom, Möckernstr. 10, Kreuzberg, S1, 2, 25 Anhalter Bahnhof, 2 Std. 19,50 Euro, Tageskarte 29,50 Euro, Tel. 25 80 07 82-0, www.liquidrom-berlin.de

Tiergarten: Im Haus am See ist der Kamin immer an

Eigentlich ist das Café am Neuen See für seinen großen Biergarten samt See, auf dem man Ruderboot fahren kann, bekannt. Doch es ist auch eine äußerst gemütliche Herbst- und Winteradresse. „Der Kamin ist immer an“, sagt ein Mitarbeiter. Zur Stimmung tragen auch die vielen Kerzenleuchter bei. Besonders wenn es dunkel wird, fühlt man sich im Gastraum behaglich: Auf den großen Fensterscheiben tanzen das Licht der Kerzen und das der Leuchtketten in den Bäumen des Biergartens.

Café am Neuen See, Lichtensteinallee 2, Tiergarten, Bus 100, 106, 187, 200 Nordische Botschaften/Adenauer-Stiftung, tägl. ab 9 Uhr geöffnet, Tel. 254 49 30, www.cafeamneuensee.de

Pankow: Flammkuchen und dazu gemütlich einen Wein trinken

„Bis morgen schwingen der Weingott Bacchus und die Weinkönigin ihr Rebenzepter“, sagt Sprecher Frank-Peter Bürger. Beim „23. Pankower Winzerfest“ verwandelt sich der Markplatz an der Breiten Straße in einen gemütlichen Weinmarkt. Rund 15 Winzer, vor allem von der Mosel und aus der Pfalz präsentieren Gewürztraminer, Syrah, Dornfelder, Federweißer, Cuvées wie auch Sekte und Liköre. An weiteren Ständen des Winzerfestes gibt es Käse, Schinken, Flammkuchen und ein sächsischer Bäcker hat sogar den ersten Rosinenstollen mit dabei.

Pankower Marktplatz, Breite Straße, Pankow, Tram M1 Rathaus Pankow, heute 11–21, morgen 11–19 Uhr, Eintritt frei, www.pankower-winzerfest.de

Lichterfelde: Wenn die Blätter des Kuchenbaums herrlich duften

Bereits morgen (25.10., 11–18 Uhr) kann im Botanischen Garten schon mal Halloween gefeiert werden. Die Farben des Herbstes zeigen sich bei Spaziergängen über das Gelände. „Es gibt so viele verschiedene Baumarten, dass jedes Blatt schier anders aussieht. Außerdem hängen viele Früchte an den Bäumen“, sagt Sprecherin Gesche Hohlstein. Wenn das Wetter mitspielt, werden an Station 9 des „Herbstpfades“ die Blätter des Kuchenbaums herrlich duften. Hohlstein: „Einfach durch den Garten stromern, vom Eingang Königin-Luise-Platz durch den Buchenwald nach Japan (Station 10) und bis nach Nordamerika (Station 9).“

Botanischer Garten, Königin-Luise-Str. 6–8, Lichterfelde, Bus X83, 101 Königin-Luise-Platz/Botanischer Garten, tägl. 9–19 Uhr, ab Nov. 9–16 Uhr, 6 Euro, erm. 3 Euro, bis 6 J. frei, Tel. 83 85 01 00, www.botanischer-garten-berlin.de

Moabit: Der Gang in die Sauna stärkt das Immunsystem

„Der Gang in die Sauna ist das perfekte Mittel gegen den Herbstblues, stärkt das Immunsystem in der Erkältungszeit und ist hervorragend geeignet, um trockener Winterhaut vorzubeugen“, weiß Sonja Braun, Betriebsleiterin des vabali spa Berlin. In der 20.000 Quadratmeter großen Sauna- und Wellnessoase in Moabit kann man sich in acht Saunen wie der 55 Grad warmen Bio-Lounge-Sauna, der 70 Grad warmen Kräutersauna oder Panoramasauna mit Blick auf den asiatisch angelegten Außenbereich sowie in drei Dampfbädern entspannen.

Vabali spa, Seydlitzstr. 6, Moabit, S5, 7, 75, U55 Hauptbahnhof tägl. 10–24 Uhr,
2 Std. ab 18,50 Euro, die Tageskarte kostet ab 31 Euro, Tel. 911 48 60, www.vabali.de

Neukölln: Romantik-Schwimmen bei gedämpftem Licht

„Wohlfühl-Badekultur im antiken Stil“, beschreibt Matthias Oloew, Sprecher der Berliner Bäder-Betriebe das Neuköllner Stadtbad, das 1914 im Stil der römischen Antike eröffnet wurde. Man badet zwischen sieben Meter hohen Travertin-Säulen im 30 Grad warmen Wasser, kann saunieren und dampfbaden. Seit einem Jahr heißt es an den Wochenenden „Romantik-Schwimmen“ bei gedämpftem Licht und Unterwassermusik (Sbd.+ So. 19–22.30 Uhr).

Stadtbad Neukölln, Ganghoferstr. 3, Neukölln, U7 Karl-Marx-Straße oder Rathaus Neukölln, Öffnungszeiten siehe Internet (jd. Tag anders und nur am Wochenende durchgehend), ab 5 Euro, erm. ab 3,50 Euro, Tel. 22 19 00 11, www.berlinerbaeder.de

Schöneberg: Gemütlich lesen zwischen Sofas und Stehlampen

Eine Tasse Tee, eine heiße Schokolade und ein gutes Buch - damit kann man dem Herbst trotzen. Zum Lesen müssen es auch nicht immer die eigenen vier Wände sein. In Berlin gibt es zahlreiche Lesecafés. Eine Institution ist das Café BilderBuch von Adelheid Gehringer. Sofas, alte Stehlampen und voll gestellte Bücherregale machen das Café zu einem gemütlichen Wohnzimmer. Man kann in den Büchern schmökern und sie auch käuflich erwerben.

Café BilderBuch, Akazienstr. 28, Schöneberg, U7 Eisenacher Straße, Mo.–Sbd. 9–24, So. 10–24 Uhr, Tel. 78 70 60 57, www.cafe-bilderbuch.de

Kreuzberg: Heißer Käse am vprasselnden Kaminfeuer

Prasselndes Kaminfeuer und ein romantisches Dinner, das gibt es nicht nur in alpinen Berghütten. Ex-Dschungelkönig Peer Kusmagk heizt in seinem kleinen, von Backsteinwänden dominierten Restaurant den offenen Kamin an. An den eng stehenden Holztischen werden Raclette und französische Brasserie-Klassiker wie Steak Frites oder Boeuf Bourguignon serviert. Groß ist da Angebot ausgesuchter französischer Weine. Der schönste und wärmste Platz: direkt am Kamin. Und für den Absacker danach geht es in die nicht weniger gemütliche benachbarte Bar Raclette.

La Raclette, Lausitzer Str. 34, Kreuzberg, U12 Görlitzer Bahnhof, tägl. ab 18 Uhr,
Tel. 61 28 71 21, www.la-raclette.de

Mitte: Hier kann man Uhrmachern bei der Arbeit zusehen

„Zeit ist natürlich etwas ganz Grundsätzliches“, sagt Timo Gloxin, Geschäftsführer von Askania in den Hackeschen Höfen anlässlich der Winterzeitumstellung. „Unsere Aufgabe ist es, Zeit darzustellen. Wir machen Zeit mechanisch.“ Askania, 1871 von Carl Bamberg als Werkstätte für Präzisions-Mechanik und Optik Berlin gegründet, fertigt ausschließlich mechanische Uhren an. Man kann den Uhrmachern auch bei der Arbeit zusehen. In den Hackeschen Höfen wie in Charlottenburg (Uhlandstraße 179/180, Mo.–Sbd. 11–19 Uhr) gibt es ein Museum mit historischen Uhren und Cockpitinstrumenten.

Askania, Rosenthaler Str. 40/41, Hackesche Höfe, Hof 1, Mitte, S5, 7, 75 Hackescher Markt, Mo.–Sbd. 12–20 Uhr, Tel. 24 08 31 69, www.askania-berlin.de

Mitte: Salvador Dalí, die Kunst und die Zeit

Kunst und Zeit – wem fallen da nicht gleich die fließenden Uhren von Salvador Dalí ein? Auch wenn diese bekannten Werke nicht im Berliner Dalí-Museum zu finden sind, so gibt es doch eine kleine Grafik mit diesem Motiv. Eine „psychodelische Variante“, so ein Mitarbeiter, sei auf einer „Alice im Wunderland“-Illustration zu sehen. Im Museumsshop gibt es das berühmte Zeitmotiv von Dalí, für den Uhren immer ein Thema waren, auf Postkarten.

Dalí - Die Ausstellung am Potsdamer Platz, Leipziger Platz 7, Mitte, S1, 2, 25, U2 Potsdamer Platz, Mo.-Sbd. 12-20 Uhr, So. 10-20 Uhr, 12,50 Euro, bis 6 J. frei, Tel. 0700 32 54 23 75 46, www.daliberlin.de