Asylbewerber

Wie Sie Flüchtlingen in Ihrem Bezirk helfen können

Viele Flüchtlinge kommen nach Berlin. Was Sie in Ihrem Bezirk tun können, um ihnen zu helfen – eine aktualisierte Übersicht

Zwei Kinder spielen in der Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände der ehemaligen Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne. Auch hier wird noch viel gebraucht

Zwei Kinder spielen in der Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände der ehemaligen Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne. Auch hier wird noch viel gebraucht

Foto: Gregor Fischer / dpa

Die Hilfsbereitschaft der Berliner für die Flüchtlinge ist ungebrochen groß. In allen Bezirken gibt es inzwischen Bündnisse die ehrenamtliche Helfer koordinieren und laufend Spendenlisten aktualisieren. Kleiderspenden und Kuscheltiere werden meist nicht mehr benötigt, dafür aber BVG-Tickets, Tragetaschen oder auch Smartphones.

Die Internetseite „Berlin hilft“ hat die verschiedenen Initiativen für Flüchtlinge gebündelt. Hier gibt es eine Vielzahl an Adressen und Ansprechpartnern. Eine gute Übersicht bietet auch der Flüchtlingsrat Berlin unter www.fluechtingsrat-berlin.de

Die Stiftung „Gute-Tat.de“ nimmt im Auftrag des Senats im Internet oder per Telefon unter 030-390 88 222 Hilfsangebote entgegen und leitet sie dort hin, wo sie am nötigsten gebraucht werden. „Das größte, was man den Flüchtlingen schenken kann ist Zeit“, sagt zudem der Senator für Gesundheit und Soziales, Mario Czaja (CDU). So könne man beispielsweise mit ein paar Kindern Fußball spielen oder einer Familie den Spielplatz im Kiez zeigen.

Immer mehr Jugendliche kommen ohne Eltern nach Berlin. Die Jugendämter suchen daher auch verstärkt Pflegeältern für die Minderjährigen. Allerdings ist dafür vorher eine Schulung nötig. Interessenten können sich beim „Netzwerk Einzelvormundschaften Berlin – Akinda“ beraten lassen.

Charlottenburg-Wilmersdorf

Bei der Initiative „Koordinierung von Hilfe in der Notunterkunft Rathaus Wilmersdorf“ werden derzeit vor allem Unterstützer für die Essensausgabe, für das Infomobil, für die Kleiderkammer und als Dolmetscher benötigt. Auf der Internetseite volunteer-planner.org kann man sich hier als Freiwilliger registrieren lassen.

Die Unterstützergruppe „Willkommen in Wilmersdorf“ sucht für die Unterkunft in der Brandenburgischen Straße Handtücher, Bettwäsche und Hausrat.

Auch Sachspenden für das Rathaus (Fehrbelliner Platz 4) sind nach wie vor willkommen und können dort direkt abgegeben werden. Aktuell werden für Herren unter anderem Oberbekleidung - vor allem Winterkleidung - in den Größen S/M gesucht, neue Unterwäsche in S/M, Schuhe in den Größen 38 bis 43 sowie Gürtel, Jogginghosen und Winteraccesoires. Für Damen wird ebenfalls neue Unterwäsche in allen Größen sowie Leggins gebraucht, außerdem Kopftücher. An übriger Damenbekleidung seien bereits große Mengen vorhanden, wie es von „Willkommen in Wilmersdorf“ heißt. Wichtig außerdem: Wasserflaschen (0,5 & 1,5 Liter), Flüssigwaschmittel, Rasierwasser, Handspiegel, Haargel, Nassrasierer, Wolldecken, Kopfkissen, Rollkoffer, Rucksäcke und stabile Müllbeute. Keine Annahme dagegen von Sommerbekleidung, Elektrogeräten, Hausrat, Handtüchern oder Bettbezügen.

Eine aktuelle Bedarfsliste für das Rathaus Wilmersdorf gibt es: hier

Sachspenden können auch im Büro der Guten Laune, Uhlandstr. 107, abgegeben werden. Hier bitte vorher telefonisch über den Bedarf erkunden unter Tel. 030 86395600

Für die Unterkünfte Eschenallee, Soorstraße und Kaiserdamm sucht „Willkommen Westend“ prinzipiell zum Beispiel neue Unterwäsche und neue Socken für Frauen und Männer, Sportschuhe in den Größen 41-44, Regenschirme sowie Kosmetikartikel wie Handcreme, Duschbad und Shampoo. Derzeit kann aber wegen eine Kapazitätsengpasses kaum etwas angenommen werden, tagesaktuelle Informationen bitte dieser Aufstellung entnehmen.

Friedrichshain-Kreuzberg

Das Bündnis „Kreuzberg hilft“ hat am 1. September einen Lagerraum in der Dieffenbachstraße 15 eröffnet. Die Annahmezeiten für Sachspenden sind von Mittwoch bis Freitag von 12 bis 18.30 Uhr. Laut aktueller Bedarfsliste werden hier zum Beispiel abgepackte Lebensmittel (Müsli-Riegel, Stilles Wasser etc.) und Babymilch (fertig gemischt im Tetrapack) benötigt, darüber hinaus Hygieneartikel in Reisegrößen, Nagelscheren, Taschentücher und Handseife sowie BVG-Tickets für den AB-Bereich, Gutscheine für Drogeriemärkte, SIM-Karten von von Lebara und Lyca und Smartphones mit Ladekabel. Für den Lagerraum und die Organisation sucht "Kreuzberg hilft" außerdem Maler-Kreppband, Paket-Band, Druckerpapier, große Müllsäcke, Ikea-Taschen und Umzugskartons.

In Friedrichshain werden im Roten Laden im Weidenweg 17 Spenden angenommen. Montags 13-18 Uhr, Dienstag 10-18 Uhr, Donnerstag 10-18 Uhr, Freitag 9-13 Uhr. Benötigt werden Schreibhefte und Stifte, Fußbälle, Lebensmittel wie Reis, Milch, Zwiebeln, Zucker, Huhn, Tee.

Mitte

Die Initiative „Moabit hilft“ unterstützt die Flüchtlinge am Lageso in der Turmstraße 21, Haus R. Die Spendenannahme dort findet wochentags von 8-16 Uhr statt, nicht aber am Wochenende. Die Spendenhotline ist unter Tel. 0151 29 04 69 85 zu erreichen.

Einen Lageplan sowie die aktuelle Bedarfsliste gibt es im Internet unter diesem Link.

Dringend gebraucht werden Smartphones mit Ladekabel, BVG-Tickets, Geldspenden für Taxis, Gutscheine vom Drogeriemarkt oder Bekleidungsgutscheine. Ebenso Decken, Isomatten, Schlafsäcke und Regenponchos. Auch freiwillige Helferinnen und Helfer, etwa bei der Essensausgabe um 9 und um 18 Uhr, sind willkommen.

Neukölln

Das Bündnis Neukölln benötigt für die Unterkunft Mariendorfer Weg Regenschutz-Kleidung: Feste Schuhe, Regen- und Winterjacken für Männer und Kinder und außerdem Gummistiefel für Kinder und Jugendliche. Auch Geldspenden sind willkommen: Bündnis Neukölln, IBAN des Kontos: DE75 1002 0500 0003 3226 09, Kontonummer: 3322609.

Seit Dienstag, 8. September, sind außerdem etwa 150 Geflüchtete in der Jahn-Sporthalle am Columbiadamm 192 untergebracht. Wer Zeit hat, ist herzlich eingeladen, die Menschen hier willkommen zu heißen. Hier werden SIM-Karten mit Restinternet bzw. Flatrate gesucht sowie Artikel nach tagesaktueller Bedarfsliste. Vor allem aber werden Menschen mit Zeit gesucht, die Flüchtlinge zum Beispiel zu Arztbesuchen begleiten können.

Pankow

Das Willkommensbündnis „Pankow hilft“ unterstützt Flüchtlinge in verschiedenen Unterkünften des Bezirks.

Für eine aktuelle Bedarfsliste bitte an die Unterstützerkreise der einzelnen Unterkünfte wenden:

Für Spenden für die Rennbahnstr. 87/88 und die Bühringstr. 2-8 eine Mail schicken an: weissensee(at)pankow-hilft.de

Unterkunft Mühlenstraße 33/34 – eine Mail an muehlenstrasse(at)pankow-hilft.de

Zum Unterstützungskreis Buch kann Kontakt über willkommen-in-buch(at)albatrosggmbh.de aufgenommen werden.

Für Informationen zu Spenden für die Storkower Str 139C bitte mailen an storkower(at)pankow-hilft.de

Bitte ersetzen Sie aus das (at) durch ein @-Zeichen.

Für die Unterkunft in der Straßmannstraße werden unter anderem für Herren T-Shirts in Größe S, Sportschuhe in den Größen 38-42, für Damen Leggings in allen Größen, große Tücher oder Handtaschen gebraucht. Die Kinder hier freuen sich über Bobbycars, Dreiräder, Fahrräder, Puppenwagen. Immer werden außerdem BVG-Tickets benötigt. Für Infos schicken Sie eine Mail an u_strassburger(at)posteo.de

Reinickendorf

Das Netzwerk „Willkommen in Reinickendorf“ trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat In den Räumen der Albatros gGmbH an der Auguste-Viktoria-Allee 17a.

An Sachspenden für die Unterkunft von Prisod auf dem Gelände der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik, Haus 25, werden zum Beispiel Tischtenniskellen und Bälle gebraucht. Schülerinnen und Schüler benötigen BVG-Tickets oder Spenden für Tickets. Die Tickets können postalisch zugestellt oder nach Terminabsprache im Haus abgegeben werden. Zudem gibt es einen aktuellen Bedarf an Hausaufgabenbetreuung für Deutsch und Mathe für Schülerinnen von 8-17 Jahren, ein mal die Woche für etwa zwei Stunden, dienstags und donnerstags. Weitere Informationen auf der Internetseite des Netzwerks: www.wir-netzwerk.de

Die Bewohner des Martin-Schlei-Hauses am Eichborndamm 124 in Wittenau freuen sich über Wolle und Stricknadeln. Für das Collège Voltaire in der Cité Foch können sich Helfer für die Kleiderkammer melden.

Spandau

In der Notunterkunft auf dem Gelände der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne werden derzeit benötigt: Reisetaschen, Koffer und Rucksäcke (keine Damenhandtaschen), Herbst-, Winter- und Turnschuhe für Herren Größe 40-44, sowie Socken in den Größen 40-46, warme, saubere Bettdecken, neue Herrenunterwäsche in kleine Größen, neue Damenunterwäsche in den Größen 36-42, Wäschklammern. Die aktuelle Bedarfsliste ist im Internet abrufbar unter www.wilhelmstadt-hilft.org

Die Initiative „Willkommen in Falkensee“ versammelt sich jeden zweiten Dienstag im Monat um 19 Uhr im ASB Ruppiner Str. 15.

Da es keine Möglichkeiten gibt, Sachspenden zu lagern, wird gebeten, nicht unaufgefordert vorbeizukommen. Wer wissen möchte, was am nötigsten gebraucht wird, kommt zu einem Treffen der Initiative, schreibt eine Mail an fluechtlinge-willkommen-in-falkensee(at)web.de oder ruft an unter 0177-3847996.

Im AWO-Wohnheim an der Montardstraße 101 A werden Schulmaterialien benötigt.

Der SPD-Abgeordnete Daniel Buchholz sammelt in seinem Bürgerbüro am Quellweg 10 in Siemensstadt alles für Kinder und Jugendliche, Fahrräder einschließlich Werkzeug und Ersatzmaterial, sowie Zeitspenden für gemeinsamen Sport, Ausflüge, Begleitung zu Arzt- oder Behördengängen. Das Büro ist dienstags 11-14 Uhr und freitags 10-13 sowie 14-17 Uhr geöffnet.

Steglitz-Zehlendorf

Das Willkommensbündnis für Flüchtlinge in Steglitz-Zehlendorf ist unter Tel. 79 01 13 83 zu erreichen. Auf der aktuellen Bedarfsliste wird darauf hingewiesen, dass in allen Unterkünften derzeit ein Spendenstopp für Bekeidung und Gegenstände aller Art wegen fehlender Lagerkapazitäten besteht. In der Gemeinschaftsunterkunft Goerzallee 307 und Klingsorstraße 119 werden BVG-Fahrscheine im AB-Bereich gesucht. Die Spendenannahme findet direkt in der Goerzallee 307 oder an der Klingsorstraße 119 statt, jeweils Montag bis Freitag in der Zeit von 10 bis 16 Uhr.

In der Gemeinschaftsunterkunft Hohentwielsteig 27/29 wird ein Kinderbett für ein vierjähriges Kind benötigt. Die Spenden können direkt in der Einrichtung dienstags und donnerstags zwischen 15 und 17 Uhr abgegeben werden. Mehr Informationen gibt es laufend unter www.mittelhof.org/1572.html

Tempelhof-Schöneberg

Die Gruppe „Schöneberg hilft“ ist vor allem über Facebook organisiert: Man muss allerdings bei dem Netzwerk angemeldet sein, um hier Informationen zu erhalten. Der Link zur Gruppe: hier

Auf einer weiteren Webseite (Link:hier) werden Helfer für die Essens- und Kleider-Ausgabe sowie für Deutschkurse gesucht.

Im Georg-Kriedte-Haus des evangelischen Jugend-und Fürsorgewerks am Kirchhainer Damm 74 in Tempelhof leben vor allem Familien mit Kindern. Willkommen sind immer Freizeitbeschäftigungen und Kinderspielzeuge. Informationen gibt es unter den Telefonnummer 030 7430 478 70.

Lichtenberg

Das Lichtenberger Bündnis für Demokratie und Toleranz ist unter Tel. 030 50 56 65 18 zu erreichen und gibt Auskunft, welche Spenden derzeit wo benötigt werden.

Die Initiative „Lichtenberg hilft“ unterstützt unter anderem die Notunterkunft Karlshorst. Dort ist man derzeit gut bestückt an Kleidung. Außer Regale alle Möbelspenden bitte nur nach Abstimmung vorbeibringen. Die Lager sind derzeit sehr voll.

Benötigt werden aktuelle Unterwäsche und Socken für Männer, Größen S und M, alles neu und eingepackt. Außerdem: Winterkleidung für Männer, Frauen und Kinder, Müllständer und Mülleimer, Regenschutz für Kinderwagen, Nagelknipser, Stempel, Magnete und Co. zum Lernen des Alphabets. Die ganze Liste finden Sie im Internet: hier.

Marzahn-Hellersdorf

Hellersdorf hilft e.V. ist im Kiezladen LaLoKa Schneeberger Str. 17 zu finden. Geöffnet dienstags 16 bis 18 Uhr.

Ansprechpartner für die Flüchtlingsunterkunft Blumberger Damm, Marzahner Promenade 38, sind unter Tel. 998 95 02 zu erreichen. Die Freiwilligen-Agentur Marzahn-Hellersdorf dient als Anlaufstelle für Ehrenamtliche (Helene-Weigel-Platz 6, Tel. 76 23 65 00)

Treptow-Köpenick

Die Bürgerinitiative „Welcome Refugees“ im Allende-Viertel kann derzeit keine Kleiderspenden mehr annehmen, gebraucht werden aber noch Schuhe und Schulmaterial sowie Handtücher. Die Spenden können direkt beim Wachschutz des Salvador-Allende-Hauses abgegeben werden (Salvador-Allende-Straße 89-91).

In Rahnsdorf hat sich ebenfalls ein Unterstützerkreis formiert. Hier wird derzeit nach Räumen für Sachspenden für Flüchtlinge gesucht. Am 24. September findet ein Treffen des Unterstützerkreises im ev. Gemeindehaus Wilhelmshagen statt, Eichbergstraße 18, 12589 Berlin. Wer Fragen hat oder sich beteiligen möchte, schreibt eine Mail an post(at)unterstuetzerkreis-rahnsdorf.de

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