Sanierung

Berlins Brücken bröckeln immer mehr

44 Berliner Brücken müssen saniert werden. Für die Sanierung werden in den nächsten Jahren mehr als 210 Millionen Euro fällig.

Die Bösebrücke in Mitte gehört zu den Brücken, die saniert werden

Die Bösebrücke in Mitte gehört zu den Brücken, die saniert werden

Foto: Reto Klar

In Berlin sind derzeit 44 Brücken in einem maroden Zustand. In den kommenden Jahren werden für die Sanierung mehr als 210 Millionen Euro fällig. Das geht aus der Antwort der Verkehrsverwaltung auf eine Anfrage der CDU hervor. Der größte Sanierungsbedarf besteht demnach in Marzahn.

Allein für die Sanierung der Marzahner Brücke an der Landsberger Allee sind den Angaben des Senats zufolge insgesamt 60 Millionen Euro nötig. Die Brücke wurde bereits Ende der 90er-Jahre grundsaniert, ist aber wegen des hohen Verkehrsaufkommens erneut reparaturbedürftig. Für die Sanierung der Salvador-Allende-Brücke in Köpenick sind den Senatsangaben zufolge insgesamt 35 Millionen Euro nötig. Sie ist die meist befahrende Brücke im Bezirk Treptow-Köpenick.

Hauptursache für die Abnutzung der Brücken sind hohe Geschwindigkeiten und der Schwerlastverkehr. Gezielte Kontrollen auf Brücken, um sie länger instandhalten zu können sind nach Senatsangaben aber nicht geplant. „Die Auswahl von Kontrollorten durch die Polizei orientiert sich ausschließlich an solchen Kriterien, die im Rahmen der Verkehrsunfallbekämpfung von besonderer Relevanz sind“, heißt es in der Antwort der Senatsbaudirektorin, Regula Lüscher. „Daher findet eine gezielte Überwachung von Lastwagen zum Schutz sanierungsbedürftiger Straßenbrücken nicht statt.“

Nach Angaben der Verkehrsverwaltung weisen insgesamt 75 der 1100 Brücken der Stadt Schäden auf, 44 sind akut sanierungsbedürftig. Der Sanierungsaufwand wird auf insgesamt 950 Millionen Euro in den nächsten zehn Jahren geschätzt. Das Land gibt in diesem Jahr jedoch nur acht Millionen Euro für die Brückensanierung aus.

Durch den schlechten Zustand der Berliner Brücken drängen immer mehr Lastwagen in die Seitenstraßen, weil sie die Brücken der Hauptstraßen nicht mehr befahren dürfen ­– zu Lasten des normalen Lieferverkehrs, kritisiert die Industrie- und Handelskammer (IHK). Sie hat einen Drei-Punkte-Plan aufgestellt, um das Problem zu beseitigen. Darin wird der Senat aufgefordert, ein „vorrangiges Routennetz“ festzulegen, das den Schwertransportern ermöglicht, alle Ziele zu erreichen.

Zudem sollte das Land seine knappen Straßenbaumittel gezielt in die Instandhaltung und den Ausbau dieser Magistralen investieren. Vor allem die Traglasten der Brücken müssten saniert werden, fordert die IHK. Allein in diesem Jahr wurden zwei Brücken für besonders schwere Transporter gesperrt, die Westendbrücke und die Ringbahnbrücke in Charlottenburg. Im Januar 2014 war die Freybrücke in Spandau für den Lkw-Verkehr gesperrt worden.