Neues Schuljahr

Fast 500.000 Schüler an Berlins Schulen

Zum neuen Schuljahr steigt die Zahl der Schüler auf 422.000. Die Bildungsverwaltung hat deshalb 1500 neue Lehrer eingestellt.

Am Montag beginnt das neue Schuljahr

Am Montag beginnt das neue Schuljahr

Foto: Patrick Pleul / dpa

Das neue Schuljahr startet mit deutlich mehr Schülern als das vergangene. Nach Prognosen der Bildungsverwaltung werden ab Montag knapp 5000 Schüler mehr als im Schuljahr zuvor unterrichtet, davon 3000 an den Berufsschulen. Die Gesamtzahl der Schüler an den öffentlichen Schulen steigt damit auf 422.230. Wegen der wachsenden Schülerzahl und einer Pensionierungswelle waren zum neuen Schuljahr 1500 Neueinstellungen nötig. Ein Kraftakt, der gelungen scheint.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) betonte am Donnerstag, dass alle offenen Stellen besetzt werden konnten. Etwa 60 Prozent der Bewerber hätten ihre Abschlüsse in anderen Bundesländern gemacht. Die meisten kämen aus Bayern, wo es derzeit einen Überschuss an Lehramtsanwärtern gibt. „Die Werbemaßnahmen in Bayern und der Berlin-Tag für Interessenten aus anderen Bundesländern haben sich ausgezahlt“, sagte Scheeres. Allerdings sind unter den neuen Lehrer auch 318 Quereinsteiger, die berufsbegleitend ausgebildet werden. Vor allem in den Mangelfächern Physik, Chemie, Informatik, Mathematik, Sport und Musik sind die Schulen auf Quereinsteiger angewiesen. Mehr als die Hälfte der der Kräfte ohne Lehramtsausbildung wird an Grundschulen eingesetzt. Viele von ihnen hatten schon als Vertretungskräfte gearbeitet und sind deshalb nicht ganz neu an den Schulen.

Zusätzliche Lehrer werden auch für die wachsende Zahl der Flüchtlingskinder benötigt. Im neuen Schuljahr werden 5000 Schüler ohne Deutschkenntnisse zunächst in den sogenannten Willkommensklassen an den Schulen unterrichtet. Im Jahr 2011/12 waren es noch 1378 Kinder. In den kleinen Gruppen von 12 Kindern arbeiten 470 Lehrkräfte. „Priorität hat für mich, dass die Flüchtlingskinder in den Regelschulen unterrichtet werden. Bildung ist ein Recht für alle Kinder“, sagte Scheeres in Bezug auf die bundesweite Debatte die Schulpflicht bis zur Entscheidung des Asylbegehrens für Flüchtlinge aus sogenannten sicheren Herkunftsländern auszusetzen.

>> Die Herausforderungen zum neuen Schuljahr <<

Für die zum Teil traumatisierten Kinder würden auch zusätzliche Psychologen und Sozialpädagogen eingestellt, die aus einem Sofortprogramm in Höhe von 3 Millionen Euro finanziert werden, so Scheeres. Zudem wird der Pass für das Bildungspaket ab Montag nicht mehr vom Landesamt für Gesundheit und Soziales sondern direkt an den Schulen ausgestellt werden. Somit haben die Schüler schneller Zugang zu Leistungen für Schulmaterial, Lernförderung und Mittagessen.

Eine weitere Herausforderung angesichts der wachsenden Schülerzahlen ist die Schaffung neuer Räume. Vor allem an Schulen in Pankow und Mitte wird es im neuen Schuljahr eng. Einige Schulen müssen mehr Kinder aufnehmen als das Raumprogramm eigentlich zulässt und sie fürchten damit um ihre pädagogischen Konzepte. Schnelle Abhilfe will die Senatsverwaltung mit zusätzlichen Containerbauten schaffen. In diesem und im kommenden Jahr sollen 27 solcher modularen Bauten aufgestellt werden.

Ob das Schuljahr tatsächlich so reibungslos startet, wird sich erst ab Montag zeigen. Denn dann steht erst fest, ob die Schülerzahl nach oben korrigiert werden muss und ob wirklich alle Lehrer an Bord sind und wie viele durch Dauerkrankheit ausfallen.

Der Vorsitzende der GEW, Tom Erdmann sagte dazu der Morgenpost: „Die Tatsache, dass genügend Menschen für den Schuldienst gewonnen werden konnten, sagt noch nichts über die Qualifikation aus“. Vor allem für die Grundschulen sei es schwer, ausreichend ausgebildete Lehrer zu finden, denn bei gleicher Studiendauer würden Grundschullehrer etwa 500 Euro netto weniger verdienen