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Hauptsache Wasser - Wo die Berliner Abkühlung finden

Segeln auf dem Wannsee, Wassertreten in Britz oder ein fruchtiges Eis: In Berlin ist der Weg zur Abkühlung an Sommertagen nie weit.

Der Wasserfall im Viktoriapark: 13.000 Liter Wasser fließen pro Minute den 66 Meter hohen Kreuzberg hinunter

Der Wasserfall im Viktoriapark: 13.000 Liter Wasser fließen pro Minute den 66 Meter hohen Kreuzberg hinunter

Foto: dpa Picture-Alliance / Paul Zinken / picture alliance / dpa

1. Wasserfall: Es sprudelt und zischt im Viktoriapark in Kreuzberg

Auch wenn man manches Jahr bangen musste, ob er wieder in Betrieb genommen wird: Dieses Jahr scheint der künstlich angelegte Wasserfall im Viktoriapark besonders sprudelnd und zischend den insgesamt 66 Meter hohen Kreuzberg hinunterzustürzen. Kein Wunder bei rund 13.000 Litern Wasser pro Minute. Am Fuß des Wasserfalls befindet sich ein kleiner Teich mit zwei Dauer-Zaungästen: einer Nixe, die sich im Netz eines Fischers verfangen hat. Dabei handelt es sich um die Bronzeskulptur „Der seltene Fang“ von Ernst Herter von 1896.

Wasserfall am Viktoriapark Kreuzbergstraße gegenüber Einmündung Großbeerenstraße, Kreuzberg, Bus 140 Kreuzberg/Wasserfall

2. Wassersport: Segeln und Surfen lernen am Wannsee

„Zum Surfen und Segeln lernen ist der Wannsee ideal. Er ist vielerorts ein stehtiefes Gewässer und fast immer weht eine leichte Brise“, sagt Benjamin Karsch vom Wassersportcenter Berlin. Das befindet sich direkt neben dem Strandbad Wannsee, es gibt auch einen internen Zugang, und bietet in den Ferien einwöchige Kurse (ab 199 Euro) und Schnupperstunden (ab 45 Euro) für Kinder ab zehn Jahren an. Karsch: „Man kann auch Kombikurse (390 Euro) belegen.“

Wassersportcenter Berlin Wannseebadweg 25, Nikolassee, S1, 7 Nikolassee, Tel. 0171-21 72 887, Anmeldung über

3. Wasserbüffel: Rinder gucken im Tierpark in Friedrichsfelde

Im Tierpark in Friedrichsfelde leben fünf Wasserbüffel. „Es ist eine Familie. Sie heißen Perle, Peggy, Lisa, Peter und Peppita“, kennt Tierpfleger Jens Schnabel das zur Familie der Rinder gehörende tierische Quintett. „Es sind asiatische Rinder, die vorwiegend in Reisfeldern stehen“, erzählt er. Da machen die Wasserbüffel ihrem Namen schon alle Ehre. Reisfelder brauchen viel Wasser. Überhaupt stehen die Tiere aufs Nass. Wasserbüffel, so Schnabel, bräuchten immer Wasser.

Tierpark Berlin-Friedrichsfelde Am Tierpark 125, Friedrichsfelde, U5 Tierpark, 12 Euro, erm. 6–9 Euro, tägl. 9–18.30 Uhr, Tel. 51 53 10, www.tierpark-berlin.de

4. Wasserfontäne: Sandsteinbrunnen auf dem Viktoria-Luise-Platz

Filmregisseur Billy Wilder hat hier gelebt, ebenso der Komponist Ferruccio Busoni und ganz in der Nähe auch Claire Waldoff. Ob sie auch von dem Brunnen auf dem sechseckigen, unter Denkmalschutz stehenden und im Juni 1900 fertig gestellten Viktoria-Luise-Platz so verzückt waren? In der Mitte des runden Sandsteinbrunnens, der sich mit einem Durchmesser von drei Metern in einem 10 Meter-Becken befindet, sprudelt eine imposante Wasserfontäne, gut und gerne sechs Meter hoch.

Viktoria-Luise-Platz Springbrunnen, Schöneberg, U4 Viktoria-Luise-Platz

5. Wasserspielplatz: Felsenlandschaft mit kleinen Bächen in Britz

Zwei Wasserspielplätze für Kids und ein neuer für Erwachsene: „In der Spiellandschaft laden sechs Wassersäulen mit Schläuchen größere Kinder ein, sich und andere mit Wasser zu bespritzen. Daher Badezeug mitbringen“, sagt Sprecherin Marina Goertz. Die Felsenlandschaft mit kleinen Bächen und Schleusentoren ist für Kinder ab 1,5 Jahren geeignet. Ende Mai wurde der erste Teil des „Kneipp-Gesundheitsweges“ eröffnet. „Im Wiesenbach können Besucher auf Kieselgrund im Storchengang Wassertreten“, so Goertz.

Britzer Garten Buckower Damm 146, Britz, Bus M44 Britzer Garten, täglich 9–20 Uhr, 2 Euro, erm. 1 Euro, ab August 3 Euro, erm. 1,50 Euro, Tel. 70 09 06-80,

6. Wasserbecken: Anemonenfische und Haie besuchen in Tiergarten

Die Bewohner der Budapester Straße 32 haben es gut. Sie tummeln sich tagein, tagaus im Wasser. „Im Aquarium haben wir im Schaubereich 82 Aquarien mit 300 bis 140.000 Litern Wasser“, sagt Sprecherin Christiane Reiss, „im kleinsten Becken leben Anemonenfische und im größten unsere Haie“. Etwa 50 Prozent des Süßwassers werden im Monat gewechselt. Beim recht teuren Seewasser werden etwa zehn Prozent pro Monat ausgetauscht.

Aquarium Budapester Straße 32, Tiergarten, S 5, 7, 75, U9, 12 Zoologischer Garten täglich 9–18 Uhr, 13 Euro, ermäßigt 6,50– 10 Euro, Tel. 25 40 10,

7. Wassereis: Gurke-Zitrone am Stiel auf dem Markt in Friedrichshain

„Der Wasseranteil von Gurken liegt bei über 90 Prozent“, weiß Paletas-Inhaber Torsten Alberts. Daher könnte man sein Gurken-Zitronen-Eis am Stiel fast schon als „Wassereis“ bezeichnen. Ganz genau aber ist es ein Fruchteis, erfrischt aber nicht minder. Verarbeitet werden nach Möglichkeit saisonale Früchte aus der Region. Dabei wird vollständig auf Farb- und Konservierungsstoffe, sowie Geschmacksverstärker und Aromen verzichtet. „Das Gurken-Zitronen-Eis besteht nur aus Gurke, Zitrone und Zucker, es hat nicht einmal hundert Kalorien und ist unser Aushängeschild“, so Alberts, der sein Frucht-Stiel-Eis auf Märkten und in zahlreichen Läden von Charlottenburg bis Neukölln verkauft.

Paletas-Eiswagen auf dem Wochenmarkt Boxhagener Platz, Friedrichshain, Bus 240 Boxhagener Platz, Sbd. 9–15.30 Uhr, www.paletas-berlin.com

8. Wasserfest: Großer Familienspaß der Wasserbetriebe in Mitte

8 „Die Kinder-Welt ist ein Highlight unseres Wasserfestes“, sagt Steffi Würzig, Sprecherin der Berliner Wasserbetriebe. Zum 15. Mal findet das Familienfest rund um die Unternehmenszentrale, das im letzten Jahr rund 15.000 Besucher anlockte, statt. „Die kleinen Besucher können selbst entdecken, woher das Berliner Wasser kommt, wie man es sauber bekommt und was unterm Mikroskop in Wasser und Boden los ist“, so Würzig. Dazu gibt’s natürlich wie immer jede Menge Musik – darunter die Funk-und-Soul-Bläserformation beat ‘n blow aus Berlin und der auch als KiKa-Moderator bekannten Sänger Ben – sowie ausgesuchte Gastronomie. Ein Highlight wird auch das Finale des Gewobag-Kiez-Song-Contests auf der Bühne an der Münze sein.

15. Wasserfest der Berliner Wasserbetriebe, Neue Jüdenstraße, Mitte, U2 Klosterstraße 29.8. 13–21 Uhr, Eintritt frei, www.bwb.de

9. Wassermuseum: Abenteuer im Alten Wasserwerk am Müggelsee

9 „James-Bond-Kulisse“, nennt Dietmar Arnold den ersten Teil der 90-minütigen Führungen für Jugendliche und Erwachsene, die er und seine Kollegen von den Berliner Unterwelten demnächst durch das Alte Wasserwerk am Nordufer des Müggelsees anbieten. So geht es bei den Führungen etwa unter die eindrucksvolle Schöpfmaschine. Das Museum kann aber auch individuell besichtigt werden. Auf mehr als 7000 Quadratmetern wird die Geschichte der Berliner Wasserversorgung erzählt.

Museum im Alten Wasserwerk Müggelseedamm 307, Friedrichshagen, Tram 60 Altes Wasserwerk, Fr.+Sbd. 10–18, So. 10–16 Uhr, 5 Euro, erm. 3,50 Euro, 7–13 J. 2,50 Euro, Führungen wieder ab 7.8., Fr.–So. 13 Uhr (mit Anmeldung), 10 Euro, erm. 8 Euro, Tel. 49 91 05 18,

10. Wassernixen: Meerjungfrauen-Kurse in Kreuzberg

„Ich habe mir vor vier, fünf Jahren meine erste Flosse gekauft“, erinnert sich Sabine Schönborn. Wie eine Meerjungfrau zu schwimmen, das zeigt die Leipzigerin inzwischen anderen. Seit Herbst gibt sie auch in Berliner Schwimmbädern Kurse, Workshops und Schnupperstunden (1/2 Std. 7 Euro plus Eintritt) für Jung bis Alt, auch mancher Neptun ist dabei. Voraussetzung für die Nixen-Novizinnen: Fürs Mermaiding muss man sicher schwimmen können (mindestens Seepferdchen). Die Flossen-Ausleihe ist im Preis inbegriffen.Wellenbad am Spreewaldplatz Wiener Str. 59H, Kreuzberg, U1 Görlitzer Bahnhof, Tel. 69 53 52 10, Termine und weitere Orte www.berlinerbaeder.de