Best of Berlin

Zehn Tipps für einen edlen Tropfen Wein in Berlin

Ob in einem edlen Restaurant oder in einer rauchig-geselligen Bar: Wein-Freunde finden in der Stadt zahlreiche Orte, um ausgefallene Rebsorten zu genießen. Eine Auswahl.

Foto: Amin Akhtar

Schöneberg: Wurstsalat und ein fachkundig ausgesuchter Riesling

Nach etlichen Jahren Haute Cuisine kocht Andreas Lochner in der Küche seiner neuen Weinwirtschaft nun bodenständiger. Aber keineswegs schlechter. Seine schmackhaften Weinbegleiter wie der marinierte Presssack vom Schwein (7,50 Euro) sind erstklassig. „Renner ist derzeit der Wurstsalat“, sagt Gerlinde Lochner-Kern. Die Weine (Offene 0,2 l ab 5 Euro) von Top-Winzern wie Stigler, Gaul oder Sauer werden von ihr fachkundig ausgesucht. Da lohnt der Besuch auch nur auf einen späten Schoppen.

Lochner, Eisenacher Str. 86, Schöneberg, U7 Eisenacher Str., Di.–So. 16–0.30, Küche bis 22 Uhr, Tel. 23 00 52 20, www.lochner-weinwirtschaft.de

Friedrichshain: Große Weine und schmackhafte Kleinigkeiten

Noch kein Jahr ist sie alt, Nicolas und Alessandos Weinbar in dem denkmalgeschützten, ehemaligen Briefmarkenladen, doch schon einer der Favoriten in der vinophilen Szene an der Spree. Ausgeschenkt werden vornehmlich gute Tropfen aus Italien wie etwa Pinot Bianco aus Südtirol oder Barolo aus der Toskana. Dazu gibt es schmackhafte Kleinigkeiten von Oliven bis Prosciutto, aber auch täglich ein frisches Pastagericht.

Briefmarken, Weine Karl-Marx-Allee 99, Friedrichshain, U5 Weberwiese, Mo.–Sbd. 19–24 Uhr, Tel. 42 02 52 92, www.briefmarkenweine.de

Kreuzberg: Bei der Verkostung trifft Schiefer auf Muschelkalk

Die gemütliche Kreuzberger Weinbar, benannt nach dem Großvater des Inhabers, ist eine erstklassige Anlaufstelle für Freunde deutscher Gewächse, die zahlreich offen ausgeschenkt werden. Natürlich steht der Klassiker, der Riesling, im Mittelpunkt der regelmäßig wechselnden Weinkarte, die mit Kreide auf einer großen Wandtafel angeschrieben ist. Dazu werden abwechslungsreiche Verkostungen unter Mottos wie „Schiefer trifft Muschelkalk“ veranstaltet.

ottorink, Dresdener Str. 124, Kreuzberg, U1, 8 Kottbusser Tor, Mo.–Sbd. 18–o.e., www.ottorink.de

Tiergarten: Chardonnay und Pinot Noir bilden den Schwerpunkt

Französische Weinhandlungen gibt es viele in Berlin, doch Roland Kretschmer konzentriert sich mit Weinbar und Laden hauptsächlich auf eine Region. „Natürlich haben wir auch andere Franzosen, aber Pinot Noir und Chardonnay bilden den Schwerpunkt“, so Kretschmer, der so ziemlich alle Appellationen Village führt. Ausgeschenkt werden gut 20 Offene im französisch-typischen Achtel (ab 3,50 Euro). Dazu gibt es Kleinigkeiten wie hausgemachte Fleischpastete, Quiche oder Käse.

Les Climats, Pohlstr. 75 Tiergarten, U1 Kurfürstenstr., Mo.–Sbd. 14–24 Uhr, Tel. 29 00 12 12, www.lesclimats.com

Mitte: „Vins libres“ und eine ausgefeilte Käsekarte

Vor gut einem Jahr hat Maxime Boillat das Maxim eröffnet. „Mein Ziel war, besondere Weine von besonderen Menschen vorzustellen“, erläutert Boillat. Für den Weinexperten sind das ausschließlich Naturweine, er selbst bevorzugt den Begriff „vins libres“ – rund 20 hat er allein im offenen Ausschank. Dazu tischt die junge französische Küchenchefin Experimentierfreudiges aus der französischen Küche auf. Zudem gibt es eine eigene, ausgefeilte Käsekarte.

Maxim, Gormannstr. 25, Mitte, U8 Weinmeisterstr., Rosenthaler Platz, U2 Rosa-Luxemburg-Platz, Di.–Sbd. ab 18 Uhr, Tel. 65 83 39 62, www.vins-cochonneries.com

Friedrichshain: Zum roten Malbec gibt es argentinische Tapas

Hermanas, Schwestern, nennt sich die erste argentinische Weinbar Berlins. Und der Name ist Programm, denn geführt wird die Bar von den „Wein-Angels“, den Schwestern Paula und Sofi Fernandéz. Die sind von Mendoza, dem Wein-Epizentrum Argentiniens, an die Spree gezogen und importieren ihre Weine (Glas ab 3,90 Euro) von kleinen Familienweingütern. „Im Mittelpunkt stehen der rote Malbec und der weiße Torrentés“, sagt Paula. Dazu gibt es Empanadas, gefüllte Teigtaschen, und Picadas, argentinische Tapas.

Hermanas, Warschauer Str. 81, Friedrichshain, U5, Tram 21, M10 Frankfurter Tor, So.–Do. 17–24, Fr.+Sbd. 17–2 Uhr, Tel. 29 77 49 66

Mitte: Der Platzhirsch unter den hauptstädtischen Weinbars

Die Cordobar gilt derzeit als Platzhirsch unter den hauptstädtischen Weinbars. Nicht umsonst wurden die Inhaber Gerhard Retter und Christof Ellinghaus als „Restaurateure des Jahres“ ausgezeichnet. Mit der ambitionierten Weinbar haben die beiden Gastronomen einen Nerv getroffen. „Das Konzept war denkbar einfach“, erläutert Retter, „wo würden wir selber gerne hingehen?“ Bis in die frühen Morgenstunden kann man ein gutes Glas Wein trinken, und die Küche zeigt sich mit 13 Punkten im Gault Millau bestens aufgestellt.

Cordobar, Große Hamburger Str. 32, Mitte, S5, 7, 75 Hackescher Markt, U5, Weinmeisterstr., Di.–Sbd. 18–2 Uhr, Tel. 27 58 12 15, www.cordobar.net

Charlottenburg: Edle Tropfen aus einem italienischen Tal

Valle d’Agno heißt das Tal in Venetien, dessen Weine und Produkte im Fokus der neuen Weinbar stehen. „Der Schwerpunkt liegt auf den Weinen des Weinguts Masari, von dem ständig acht Weine offen ausgeschenkt werden“, sagt Philipp Deutsch. Hinzu kommen jeweils ein Roter und ein Weißer aus anderen Weinregionen, die nach 60 Flaschen ausgetauscht werden. Dazu werden typische Kleinigkeiten aus acht Produkten des Tals wie Radicchio, Salami oder Schinken gereicht.

Thal, Wielandstr. 38, Charlottenburg, Mo.–Sa. 15–22 Uhr, Tel. 54 71 05 51

Steglitz: Eine schicke Bar mit Weinhandel und Promifaktor

Für die „vinophile Genusswerkstatt“ haben sich die „TV-Koch-Haudegen“ Ralf Zacherl und Mario Kotastka mit dem Ehepaar Schmidt vom Weinladen Schmidt, das auch die Weinbar Rutz betreibt, zusammengetan. „Wir haben ständig rund 20 Weine offen und jede Flasche kann mit zehn Euro Korkgeld Aufpreis verkostet werden“, erklärt Maria Lippert vom Schmidt Z&KO. In der modern-schicken Weinbar mit Weinhandel gibt es auch einen veritablen Mittagstisch, und in der angeschlossenen Profiküche werden Kochkurse veranstaltet.

Schmidt Z&KO, Rheinstr. 45–46, Steglitz, U9 Walther-Schreiber-Platz, Mo.–Sbd. 10–19, Mittagstisch 11.30–14.30 Uhr, Tel. 20 00 39 570, /www.schmidt-z-ko.de

Prenzlauer Berg: Ein Gläschen Wein in guter Stimmung

Die kleine italienischen Weinbar ist zumeist sehr gut besucht – Sitzplätze sind im beliebten Sorsi e Morsi in Prenzlauer Berg heiß begeht. Man trifft sich, man kennt sich und führt angeregte Gespräche. Die von Besitzer Johnny Petrongolo gut ausgesuchten Stiefelweine, die hier mehrheitlich ausgeschenkt werden, gibt es alle als Offene (0,2 l ab 4 Euro). Und dabei darf sogar noch geraucht werden, obwohl der eine oder andere Weinfreund dies bedauert und daher lieber im Sommer draußen sitzt.

Sorsi e Morsi, Marienburger Str. 10, Prenzlauer Berg, Mo.–Sbd. 18–open end, Tel. 44 03 82 16, www.sorsiemorsi.de

Foto: Promo / Sorsi e Morsi