Sekundarschulen

Bildungssenatorin schafft mehr Plätze für Berlins Abiturienten

Die Berliner Sekundarschulen sollen sich zusammenschließen und eine eigene Oberstufe bilden, damit mehr Schulplätze zum Abitur führen. Bildungssenatorin Scheeres folgt damit dem Willen der Eltern.

Foto: Matthias Balk / dpa

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) erhöht die Anzahl der Schulplätze, die zum Abitur führen. Integrierte Sekundarschulen ohne eigene Oberstufe haben jetzt die Möglichkeit, sich zu Schulverbünden zusammenzuschließen, um eine gemeinsame gymnasiale Oberstufe aufzubauen. Ein solcher Verbund ist auch zwischen Sekundarschulen und Oberstufenzentren oder Gymnasien möglich. Scheeres folgt damit dem Vorschlag einer Arbeitsgemeinschaft unter Vorsitz von Klaus Brunswicker, dem ehemaligen Schulleiter der Sophie-Scholl-Sekundarschule in Schöneberg.

Die Entscheidung ist eine Korrektur der Oberschulreform von 2010. Ursprünglich sollte die überwiegende Mehrzahl der Sekundarschulen keine eigene Oberstufe einrichten, sondern mit einem Oberstufenzentrum kooperieren, an dem die Schüler das Abitur machen sollten. Scheeres will mit der Neureglung auch Sekundarschulen eine Chance geben, die bisher wenig Anmeldungen und deshalb keine gute Schülermischung hatten. Sie warnte aber davor, die eigene Oberstufe als Allheilmittel zu betrachten.

„Wir reagieren damit auf den Wunsch vieler Eltern und Schulen, die sich eine eigene Oberstufe wünschen“, sagte sie. Die Praxis habe gezeigt, dass Sekundarschulen mit eigener Oberstufe bevorzugt werden. 2014/15 seien 80 Prozent der Schüler mit Gymnasialempfehlung an einer solchen Sekundarschule angemeldet worden. Dafür gebe es verschiedene Gründe, so Scheeres weiter. Die Eltern seien nicht ausreichend über die Möglichkeiten an den Oberstufenzentren informiert, viele andere hätten Vorbehalte gegen einen nochmaligen Schulwechsel.

Voraussetzung dafür, dass sich Sekundarschulen zusammenschließen und eine Oberstufe einrichten können, ist eine Mindestzahl von 50 Schülern pro gymnasialer Oberstufe. Diese Zahl muss dauerhaft zustande kommen. Auch ausreichend Räumlichkeiten müssen zur Verfügung stehen. Laut Bildungsverwaltung liegen bereits einige Anträge von Sekundarschulen vor, die Verbünde gründen wollen.

Gegenwärtig haben lediglich 39 der insgesamt 130 Sekundarschulen eine eigene Oberstufe. Diese Schulen haben fast alle deutlich mehr Bewerber als Plätze. Bildungssenatorin Scheeres sagte, dass die Zahl der Schüler in der 11. Jahrgangsstufe der Sekundarschule stark gestiegen sei, von 2874 im Schuljahr 2012/13 auf 3587 im laufenden Schuljahr. Das habe auch mit dem starken Zuzug nach Berlin zu tun.

Bereits Anfang des Jahres hatte die Senatorin vier Sekundarschulen eine gymnasiale Oberstufe genehmigt. Dazu gehörten die Wilhelm-von-Humboldt-Gemeinschaftsschule in Prenzlauer Berg, die Refik-Veseli-Schule in Kreuzberg, die Sophie-Brahe-Schule in Treptow und die Grünauer Gemeinschaftsschule in Köpenick. Die Elternvertretungen dieser Schulen hatten monatelang dafür gekämpft.

CDU-Bildungspolitiker Stefan Schlede begrüßte die Entscheidung von Bildungssenatorin Sandra Scheeres. „Für viele Schulen ist das eine Chance, sie müssen aber gut unterstützt werden“, sagte er. Auch Norman Heise, der Vorsitzende des Landeselternausschusses, zeigte sich erleichtert. „Das entspricht dem Elternwillen“, sagte Heise.