Rekordzahlen

BVG und S-Bahn transportierten 1,4 Milliarden Passagiere

Es ist voll in den Bussen und Bahnen Berlins: 2014 beförderten BVG und S-Bahn 1,4 Milliarden Fahrgäste. Diese Zahlen könnten die Diskussion um die Einführung eines „Bürgertickets“ neu befeuern.

Die Stammkunden der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und der S-Bahn Berlin GmbH haben es längst gemerkt: Die Zeiten, in denen man selbst im Berufsverkehr noch einen Sitzplatz in Bus, Straßenbahn, U- oder S-Bahn bekommen konnte, sind unwiederbringlich vorbei.

Im vergangenen Jahr haben die beiden Verkehrsbetriebe zusammen rund 1,4 Milliarden Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr verzeichnet – 128 Millionen Personentransporte mehr als noch vor zehn Jahren. Das geht aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage des grünen Abgeordneten Stefan Gelbhaar hervor, die dieser an die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gestellt hatte.

Besonders gut haben sich dabei die Fahrgastzahlen bei der BVG entwickelt. Hier stieg das Beförderungsaufkommen von 907 Millionen auf 980 Millionen. Die S-Bahn verzeichnete immerhin ein Plus von 57 Millionen Mitfahrern. „Eindrucksvoll sind die Dellen im Wachstum, die S-Bahn-Krise und BVG-Streik verursacht haben“, sagte Stefan Gelbhaar.

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So lässt sich an den vorgelegten Jahreszahlen ablesen, dass der BVG-Streik im Jahr 2008 das Fahrgastaufkommen um rund 70 Millionen Beförderungen schrumpfen ließ. Ein Jahr später verursachte die sogenannte S-Bahn-Krise immerhin einen Schwund von 17 Millionen Fahrgästen.

Höhere Einnahmen durch Abos

Mit seiner Anfrage ging es Gelbhaar vor allem darum, belastbare Zahlen über die Fahrpreisentwicklung zu bekommen. Deshalb hatte er nach den Einnahmen aus Abonnements gefragt. Demnach hat die BVG 2014 durch ihre Stammkunden 233 Millionen Euro eingenommen – rund 130 Millionen Euro mehr als noch vor zehn Jahren. Die S-Bahn nahm 138 Millionen Euro mit Abos ein – 2005 waren es lediglich 63 Millionen Euro gewesen.

Wie berichtet, hatten die Grünen im März dieses Jahres ein sogenanntes Bürgerticket vorgeschlagen, für das jeder Berliner über 18 Jahre 15 Euro im Monat zahlen sollte. Dafür sollten in ganz Berlin Bus- und Bahnfahrten frei sein, ausgenommen werktags zwischen 7 und 10 Uhr. Ein ähnliches Konzept hat am vergangenen Wochenende auch die Berliner Linke beschlossen. Dieses sieht eine von allen Berlinern erhobene Abgabe vor – egal, ob sie den öffentlichen Nahverkehr nutzen oder nicht. Mithilfe des solidarisch finanzierten Monatstickets in Höhe von rund 30 Euro könne eine sogenannte Öffi-Flatrate für den fahrscheinlosen Bahn- und Busverkehr eingeführt werden, hieß es.

Um den öffentlichen Nahverkehr zu stärken, seien neue Mobilitätskonzepte trotz der eindrucksvollen Wachstumszahlen erforderlich, so Gelbhaar: „Das Plus bei den Beförderungszahlen speist sich ja im Wesentlichen aus der Bevölkerungszunahme und den gestiegenen Touristenzahlen.“ Deshalb sei es erforderlich, über attraktive Angebote nachzudenken, um mehr Menschen zum Umsteigen vom Auto in Bus und Bahn zu bringen.