Gewaltverbrechen

Mord in Kaulsdorf - Trauer um 18-jährige Schülerin

Am Tatort im Hellersdorfer Ortsteil Kaulsdorf trauern Anwohner und Bekannte um die getötete 18 Jahre alte Schülerin. Die Polizei sucht Fahrgäste der U5 als mögliche Zeugen des Gewaltverbrechens.

Die 18-Jährige hatte es nicht mehr weit bis nach Hause: Sie war nur wenige hundert Meter entfernt, als sie am Sonnabend starb. Inzwischen ist klar, dass sie getötet wurde.

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Die junge Frau hatte auf dem Nachhauseweg die Reihenhaussiedlung mit ihrem Elternhaus schon beinahe erreicht, als es in der Nacht zu Sonnabend zu der verhängnisvollen Begegnung mit einem Unbekannten gekommen sein muss. Nur zwei, höchstens drei Minuten Fußweg fehlten der 18-Jährigen nach ihrem Partybesuch noch, um wohlbehalten anzukommen.

Stattdessen starb sie am Wegesrand zwischen der U- und S-Bahnstation Wuhletal und der Dorfstraße im Hellersdorfer Ortsteil Kaulsdorf an den Folgen von Verletzungen, die ihr „durch Gewalt gegen den Oberkörper“ zugefügt wurden. Dies habe der Erstbefund der Gerichtsmedizin ergeben, sagte Polizeisprecherin Patricia Brämer am Sonntag. Nähere Einzelheiten zur Todesursache nannte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.

Die intensiven Ermittlungen der Mordkommission dauerten am Sonntag unvermindert an. Beamte einer Einsatzhundertschaft klingelten am Sonntagvormittag an zahlreichen Haustüren in Tatortnähe, wie der Dorfstraße und dem westlichen Teil des Münsterberger Wegs. Zudem wurden auch Passanten befragt, ob sie in der Nacht zu Sonnabend irgendetwas Verdächtiges beobachtet hätten, was im Zusammenhang mit dem Kapitalverbrechen stehen könnte.

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Dass die Polizei bislang zur Todesursache nur sehr vage Angaben macht, ist zu diesem frühen Zeitpunkt nicht ungewöhnlich. Jedes Detail zu den Verletzungen oder zum Tathergang seien Dinge, die nur der Täter oder mögliche Zeugen kennen würden. Solch Täterwissen vorzeitig zu verbreiten, könne die Ermittlungen erheblich erschweren, sagte ein erfahrener Beamter dieser Zeitung. Etwa wenn als Tatverdächtige identifizierte Personen von den Ermittler vernommen würden.

Auswertung der Überwachungskameras dauert an

Die Bahnstation Wuhletal ist mit Überwachungskameras ausgerüstet, die Auswertung der dort entstandenen Videobilder dauerte am Sonntag noch an. Die Ermittler können nun offenbar den Zeitpunkt, wann die 18-Jährige den Bahnhof südlich der Altentreptower Straße erreicht hatte, eng eingrenzen: So fragt die 1. Mordkommission jetzt gezielt, wer den Zug der U-Bahnlinie 5 in Richtung Hönow um 1.37 Uhr verlassen hat oder dort eingestiegen ist. Alle Betroffenen werden dringend gebeten, sich mit den Beamten in der Keithstraße 30 in Tiergarten, Telefon 030-4664-911 111, in Verbindung zu setzen.

Wie berichtet, war die 18-Jährige gegen 6 Uhr an dem Verbindungsweg zur Dorfstraße leblos von einer Passantin entdeckt worden. Inzwischen sind dort von trauernden Anwohnern und Bekannten viele Blumen und Kerzen abgelegt worden. Zwei Mütter, die Sonntag dort spazieren gingen, sagten, dass der längere Weg vom Bahnhof Kaulsdorf in die Wohnsiedlung doch wesentlich sicherer sei. Viele Anwohner würden den abgelegenen Weg meiden, nicht nur nachts und in der dunklen Jahreszeit.

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Nach Morgenpost-Informationen handelt es sich bei dem Opfer um Hanna K., die mit ihren Eltern und einer jüngeren Schwester in einem der Reihenhäuser lebte. Die 18-Jährige mit langen, braunen Haaren stand zudem kurz vor dem Abitur. Aus ihrem Facebook-Eintrag geht hervor, dass sich das Mädchen unter anderem für Comedyserien, Sendungen mit Stefan Raab oder Heidi Klums Model-Contest GNTM interessierte. Außerdem favorisierte sie einige Sportklubs, darunter den örtlichen Fußball-Zweitligist Union Berlin, die Basketballer von Alba Berlin oder die Fußballer von Borussia Dortmund.