Denis Boytsov

Verletzter Berliner Boxer im U-Bahntunnel - Kein Fremdverschulden

Denis Boytsov wurde mit schweren Kopfverletzungen in einem Berliner U-Bahntunnel gefunden. Ärzte versetzten ihn ins künstliche Koma. Die Ermittler gehen davon aus, dass kein Fremdverschulden vorliegt.

Foto: Anke Fleig / SVEN SIMON / pa/Sven Simon

Dem russischen Schwergewichts-Boxprofi Denis Boytsov droht das Ende seiner Karriere. Der 29-Jährige, der seit 2012 beim Berliner Sauerland-Team unter Vertrag steht, liegt mit schweren Kopfverletzungen in einem Berliner Krankenhaus. Wegen starker Schwellungen im Hirnbereich wurde Boytsov von den behandelnden Medizinern in ein künstliches Koma versetzt.

Über die Ursache der Verletzungen gibt es derzeit keine gesicherten Informationen, die Polizei ermittelt. Fakt ist, dass Boytsov in der vergangenen Woche in einem Berliner U-Bahn-Tunnel zwischen den Bahnhöfen Bismarckstraße und Wilmersdorfer Straße von einem U-Bahn-Fahrer der Linie U7 im Gleisbett entdeckt worden war, wie erst jetzt bekannt wurde.

Nach intensiver Befragung von Zeugen und der Auswertung von Bildmaterial aus der Überwachungskamera des U-Bahnhofes geht die Polizei von einem Unglücksfall aus. "Es gibt bislang keinerlei Hinweise auf ein Fremdverschulden", sagte eine Polizeisprecherin. Der Boxer selbst konnte noch nicht befragt werden.

Wegen der Kopfverletzungen musste er sofort operiert werden, auch eine Hand war in Mitleidenschaft gezogen worden. Zum Zeitpunkt des Unfalls soll der in bislang 37 Profikämpfen nur einmal besiegte Sportler betrunken gewesen sein.

Der Sauerland-Stall reagierte mit großer Bestürzung auf die Nachricht. „Über den Unfallhergang wissen wir nichts, deshalb werden wir das auch nicht kommentieren“, sagte Promoter Kalle Sauerland, „unsere Gedanken und Gebete gelten Denis und seiner Familie, wir hoffen, dass er wieder ganz gesund werden wird.“ Manager Peter Hanraths sagte: „Wenn ein Leistungssportler im Koma liegt, muss man immer befürchten, dass er nie wieder seinem Beruf wird nachgehen können. Zum jetzigen Zeitpunkt können die Ärzte darüber jedoch keine verlässliche Aussage machen.“

Boytsov, der seit einigen Monaten bei Sauerland-Chefcoach Ulli Wegner trainiert und zuletzt im März 2015 den Brasilianer Irineo Beato Costa Junior besiegt hatte, galt vor einigen Jahren als große Hoffnung im Schwergewicht und legitimer Nachfolger von Wladimir Klitschko. Nach einer Niederlage in einem WM-Ausscheidungskampf im November 2013 war seine Karriere allerdings ins Stocken geraten. Nun scheint sie beendet zu sein.