Untersuchungsausschuss

Staatsoper – Wowereit und Müller sollen vor Ausschuss aussagen

Ein U-Ausschuss soll den Skandal um die Sanierung der Staatsoper durchleuchten. Dazu werden gleich zwei Regierende Bürgermeister aussagen müssen.

Foto: Rainer Jensen / dpa

Der Bauskandal um die Berliner Staatsoper Unter den Linden soll bis Mai 2016 aufgeklärt werden. Dafür sollen in den kommenden Monaten die Verantwortlichen für das Projekt aussagen, darunter der Regierende Bürgermeister Michael Müller und sein Vorgänger Klaus Wowereit (beide SPD). Das beschloss am Freitag der parlamentarische Untersuchungsausschuss auf seiner ersten Sitzung. Es gehe auch darum, die politische Verantwortung für die jahrelange Bauverzögerung und die Kostenexplosion bei der Sanierung des Opernhauses zu bestimmen, sagte der Ausschuss-Vorsitzende Wolfgang Brauer (Linke).

Wowereit soll als früherer Kultursenator befragt werden, Müller als einstiger Bausenator. Auch der Generalmusikdirektor der Staatsoper, Daniel Barenboim, sowie Bau-Staatssekretärin Regula Lüscher sollen zitiert werden. Wichtige Zeugen seien auch die Verantwortlichen in den Senatsverwaltungen. Insgesamt sind 18 Sitzungen geplant.

Der Ausschuss solle klären, warum in Berlin Kulturbauten immer teurer würden als zunächst veranschlagt, sagte der Grüne Oliver Schruofenegger. Kritik kam von der Fraktion der Piraten. Auf Antrag von SPD und CDU sei mit Grüner Unterstützung das Rede- und Fragerecht der stellvertretenden Ausschuss-Mitglieder eingeschränkt worden. Pirat Wolfram Prieß warf der rot-schwarzen Koalition „taktische Spielchen“ vor.

Die Sanierung des von Barenboim und Intendant Jürgen Flimm geleiteten Opernhauses hatte 2010 begonnen und sollte im Herbst 2013 beendet sein. Wegen Planungspannen sowie Schwierigkeiten mit dem morastigen Grund und der maroden Bausubstanz stiegen die Kosten von 239 auf inzwischen wohl 389 Millionen Euro. Die Wiedereröffnung verschob sich auf den Herbst 2017.

Untersucht werden soll auch, warum der ursprüngliche Plan, den Innenraum des Opernhauses modern zu gestalten, fallengelassen wurde. Dabei hatte Wowereit entschieden, den Saal der Staatsoper nach den historischen Vorgaben wieder herrichten zu lassen.