Streik beim Geldtransport

Leere Geldautomaten - In Berlin wird das Bargeld knapp

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Andreas Gandzior

Foto: dpa

Beim Geldtransportunternehmen Prosegur wird gestreikt. Das führt dazu, dass in Berlin Bargeld an den Automaten knapp werden könnte. Diese Banken sind betroffen.

Die Gewerkschaft der Lokführer (GdL) kündigt einen deutschlandweiten Arbeitskampf an. In Brandenburg wird der Streik im Nahverkehr fortgesetzt. Doch noch ein weiterer Streik wird nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit geführt. Die Auswirkungen aber werden die Berliner an ihrem Geldbeutel merken. Der könnte nämlich in den kommenden Tagen leer bleiben.

An vielen Geldautomaten in Berlin wird das Bargeld knapp. Der Nachschub an Geldscheinen ist aufgrund eines Streiks beim Geld- und Werttransportunternehmens Prosegur in Potsdam größtenteils unterbrochen. Inzwischen sind bei einigen Banken in der Region die Geldautomaten leer, da keine Belieferung stattfindet.

In Berlin sind unter anderem die Automaten der Deutschen Bank, der Commerzbank, der Berliner Bank, der Postbank und der Sparda-Bank betroffen. "Wir sind bestrebt, die Beeinträchtigungen für unsere Kunden so gering wie möglich zu halten", sagte ein Sprecher der Deutschen Bank.

„Der Streik wird beendet, wenn der Arbeitgeber sich mit einer gemeinsamen Erklärung zur Übernahme des Tarifergebnisses verpflichtet“, sagte André Pollmann, Ver.di-Verhandlungsführer.

Am Montag hatte ein zweites Spitzengespräch mit einem spanischen Vertreter des Unternehmens stattgefunden. Bereits am Donnerstag wurden in einer ersten Sitzung Eckpunkte für einen Tarifkompromiss verhandelt. Die mehrstündigen Verhandlungen zwischen der Firma Prosegur und der Gewerkschaft Ver.di seien aber ergebnislos verlaufen, sagte Gewerkschaftssprecher Andreas Splanemann. „Es gibt keinen weiteren Gesprächstermin.“ Man habe einstimmig für die Fortsetzung des Streiks gestimmt.

„Streik bislang nicht ernst genommen“

„Allerdings hat der Arbeitgeber offenbar den Streik bislang nicht ernst genommen und seine Energie in die Unterwanderung des Streiks mittels Streikbrechern investiert und nicht in die Kompromissfindung. Anscheinend ändert sich seine Haltung, da der Streik und seine Folgen von der Öffentlichkeit kritisch beobachtet werden“, so Pollmann.

Es geht bei dem Streik um die Aktualisierung des bereits über 14 Jahre alten Haustarifvertrages, es geht um Urlaubs- und Weihnachtsgeld, um eine Absicherung für den tatsächlich höchst gefährlichen Beruf, hier um die Versorgung der Familie bei Todesfällen im Dienst oder der Beendigung der Tätigkeit infolge von Überfällen beim Geld- und Werttransport.

„Wir sind glücklicherweise nicht von dem Streik betroffen“, sage eine Sprecherin der Berliner Sparkasse der Berliner Morgenpost. „Wir arbeiten mit einem anderen Unternehmen zusammen.“ Die Sparkasse hat 640 Geldautomaten in der Stadt, an denen ungefähr 140.000 Auszahlungen täglich gemacht werden. Jährlich würden etwa acht Milliarden Euro ausgezahlt, sagte die Sprecherin.

„Unsere Kollegen haben sich darauf eingestellt, dass unsere Automaten falls erforderlich öfter angefahren und aufgefüllt werden.“