1. Mai

Polizeigewerkschaft warnt vor Euphorie wegen geringerer Gewalt

Die Tendenz scheint sich fortzusetzen: Der 1. Mai in Berlin wird friedlicher. Dennoch gab es Angriffe auf Polizisten - und Tausende Einsatzkräfte waren notwendig, betont die Polizeigewerkschaft.

Foto: Paul Zinken / dpa

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat angesichts der nachlassenden Gewalt auf den 1.-Mai-Demonstrationen besonders in Berlin die Politik vor zu viel Euphorie gewarnt. „Wir können erst zufrieden sein, wenn alle Demonstrationen am 1. Mai mit einer Handvoll Polizeibeamten in normaler Uniform begleitet werden könnten, statt mit tausenden Einsatzkräften in schwerer Sicherheitsausstattung“, teilte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow am Samstag mit.

Linksautonome Gewalttäter hätten in Berlin und Hamburg den Schutz des Versammlungsrechts genutzt, um dann massiv die Polizisten anzugreifen. „Dass nichts Schlimmeres passiert ist, ist meinen eingesetzten Kollegen, den Polizeiführungen und den überwiegend friedlichen Demonstranten zu verdanken, die den gewaltbereiten Einpeitschern offenbar – und hoffentlich künftig immer weniger – auf den Leim gehen.“

Zuvor hatten Stimmen aus der Politik eine positive erste Bilanz gezogen. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) teilte am Sonnabendvormittag mit: „Es ist erfreulich, dass auch in unserer Stadt der eigentliche Zweck des Maifeiertages von Jahr zu Jahr wieder mehr zur Geltung kommt.“ Er bedanke sich bei den Polizisten, den Veranstaltern des „Myfests“ und auch bei den Demonstranten. „Für sie standen friedlicher Protest und fröhliches Feiern im Mittelpunkt und nicht Gewalt und Krawall“, sagte Müller.

Berliner Grüne loben die Polizei

Die Berliner Grünen-Fraktion lobte die Arbeit der Polizei: „Wir danken den vielen Polizistinnen und Polizisten für ihren guten und besonnenen Einsatz, der zu einem ruhigen Tag der Arbeit maßgeblich beigetragen hat“, teilte die Berliner Grünen-Fraktionsvorsitzende Ramona Pop am Sonnabend mit. Außerdem dankte sie auch den Menschen, „die engagiert und friedlich für gute Arbeit demonstriert und ein starkes Zeichen gegen Rechtsextremismus gesetzt haben“.

Bei der Demonstration linker Gruppen am Freitagabend in Kreuzberg gab es kleinere Angriffe auf die Polizei mit Flaschenwürfen und Böllern. Größere Krawalle wie früher unterblieben allerdings. Rund 40.000 Menschen feierten beim „Myfest“ bis in die Nacht.

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