Partys und Demos

Chronologie - So verlief der 1. Mai in Berlin

Demonstranten, Feiernde, Steinewerfer: Der 1. Mai in Berlin fand zwischen Myfest und Revolutionärer Demo statt. Und Michael Müller lobt friedliches Feiern. Die Highlights des Tages im Überblick.

10 Uhr, Mitte: Die erste große Demonstration des Tages startet. Der DGB zieht zum Brandenburger Tor.

11 Uhr, Hohenschönhausen: Hunderte Polizisten sichern die Falkenhagener Chaussee. Um 12 Uhr wird ein NPD-Aufzug erwartet.

11.22 Uhr, Hohenschönhausen: Am S-Bahnhof versammeln sich die ersten linken Gegendemonstranten.

11.25 Uhr, Mitte: Die ersten Demozüge treffen am Brandenburger Tor ein.

11.43 Uhr, Hohenschönhausen: Die Gegendemo setzt sich in Bewegung.

12 Uhr, Hohenschönhausen: Die Neonazis treffen ein. Pünktlich. Sie werden mit ohrenbetäubendem Lärm von den Gegendemonstranten empfangen.

12.20 Uhr, Kreuzberg: Das Myfest hat begonnen. Zehntausende werden erwartet, auf 20 Bühnen gibt es Musik.

13 Uhr, Treptow: In der Arena finden die Videodays statt. Lange Schlangen an den Autogrammständen der YouTube-Stars

13 Uhr, Kreuzberg: Am U-Bahnhof Görlitzer Bahnhof herrscht schon Verkehrschaos. Tausende strömen zum Myfest.

14 Uhr, Tempelhof: Innensenator Henkel und Polizeipräsident Krömer verschaffen sich einen Überblick in der Einsatzzentrale.

>> Der 1. Mai im Minutenprotokoll <<

14.16 Uhr, Kreuzberg: Der Andrang auf das Myfest wird so groß, dass die Polizei den U-Bahnhof Kottbusser Tor sperrt.

14.17 Uhr: Ahrensfelde: Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Auch hier wird eine Demo von Rechten erwartet.

14.18 Uhr, Brandenburger Tor: Die Zeit der Kundgebungen ist vorbei, Bierbänke dominieren jetzt das Bild.

14.25 Uhr, Ahrensfelde: Etwa 200 Linke und etwa 20 Rechte stehen sich am Ahrensfelder Platz gegenüber.

15 Uhr, Kreuzberg: Etwa 45.000 Menschen feiern auf dem Myfest. Der Veranstalter schließt mehrere Zugänge.

15.34 Uhr, Ahrensfelde: Die Spannung lässt nach. Rechte und Linke werden leiser. Das Ende von Demonstration und Gegendemonstration ist in Sicht.

16.08 Uhr, Kreuzberg: Es ist so voll, dass die U-Bahn-Züge am Kottbusser Tor und am Görlitzer Bahnhof nicht mehr halten. Auch am Schlesischen Tor hält nicht mehr jeder Zug.

>> Der 1. Mai in XXL-Bildern <<

16.29 Uhr, Kreuzberg: Das Myfest wird wegen Überfüllung geschlossen.

18 Uhr, Mitte: An der Abschlusskundgebung des DGB nehmen rund 3500 Menschen teil.

18.56 Uhr, Kreuzberg: Die „Revolutionäre 1. Mai Demo“ startet - mit rund einer Stunde Verspätung. An der Spitze der Schwarze Block.

19.13 Uhr, Kreuzberg: Rund 5000 Demonstranten ziehen durch Kreuzberg. Gleich zu Beginn werden Bengalische Feuer gezündet, Böller explodieren.

19.19 Uhr, Neukölln: Auf der Sonnenallee geht eine gläserne Werbetafel zu Bruch. Eine Polizeiwache wird mit Farbbeuteln beworfen. Die Polizei entschließt sich, den Zug jetzt eng zu begleiten.

19.30 Uhr, Neukölln: Vermummte reißen provisorische Parkverbotsschilder aus den Halterungen und bewerfen Polizisten damit.

19.47 Uhr, Neukölln: Demonstranten versuchen, die leerstehende C&A-Filiale an der Karl-Marx-Straße zu stürmen - offenbar die angedrohte Besetzung. Scheiben gehen zu Bruch. Polizisten drängen die Demonstranten zurück.

20.23 Uhr, Kreuzberg: Am Kottbusser Damm zetrümmert ein Autonomer die Scheiben einer Bio-Company-Filiale.

20.53 Uhr, Kreuzberg: Die Spitze des Demozugs erreicht den Zielpunkt, den Lausitzer Platz. Schwarzer Block und Feiernde vermischen sich.

21.02 Uhr, Kreuzberg: Die Polizei hat die Straftaten während des Zuges gefilmt und zieht jetzt die Störer aus der Menge. Flaschen und Böller fliegen auf die Polizisten.

21.15 Uhr, Kreuzberg: Die Demonstration löst sich langsam auf.

22.08 Uhr, Kreuzberg: Die Polizei hat bislang 38 Menschen festgenommen. Es bleibt größtenteils friedlich.

Sonnabend, 2. Mai

06.02 Uhr, Kreuzberg/Mitte: Nach einem weitgehend friedlichen Maifeiertag ist es in Berlin auch in der Nacht zum Sonnabend ruhig geblieben. „Es gab keine nennenswerten Ereignisse“, sagte ein Sprecher der Polizei am Morgen. Bei einer Pressekonferenz wollen Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) und Polizei-Präsident Klaus Kandt um 14 Uhr Bilanz ziehen.

10.57 Uhr, Mitte: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) gibt eine Mitteilung heraus. Darin bedankt er sich bei den Beteiligten der Feste und Demonstrationen zum 1. Mai für den friedlichen Ablauf. „Es ist erfreulich, dass auch in unserer Stadt der eigentliche Zweck des Maifeiertages von Jahr zu Jahr wieder mehr zur Geltung kommt“, sagte er dem Schreiben zufolge. Er bedankt sich bei den Polizisten, den Veranstaltern des „Myfest“ und auch bei den Demonstranten. „Für sie standen friedlicher Protest und fröhliches Feiern im Mittelpunkt und nicht Gewalt und Krawall“, so Müller.

12.06 Uhr, Mitte: Nach einem größtenteils friedlichen 1. Mai in Berlin hat die Grünen-Fraktion die Arbeit der Polizei gewürdigt. „Wir danken den vielen Polizistinnen und Polizisten für ihren guten und besonnenen Einsatz, der zu einem ruhigen Tag der Arbeit maßgeblich beigetragen hat“, teilte die Berliner Grünen-Fraktionsvorsitzende Ramona Pop mit. Außerdem dankte sie auch den Menschen, „die engagiert und friedlich für gute Arbeit demonstriert und ein starkes Zeichen gegen Rechtsextremismus gesetzt haben“.