Prüfungen in Berlin

Kritik an Abi-Aufgabe zu Flugrouten nach Germanwings-Unglück

Die Abipüfungen sind gelaufen, doch nachträglich sorgt eine Mathe-Aufgabe in Berlin für Kritik. Es ging um die Berechnung einer Flugroute im Gebirge. Manchen erinnert das an das Alpen-Unglück.

Nach der Kritik an einer Abituraufgabe zur Berechnung einer Flugroute samt Kursänderung im Gebirge hat die Bildungsverwaltung die unglückliche Wirkung eingeräumt. Zugleich verwies Sprecherin Beate Stoffers am Mittwoch auf die komplizierte Verteilung der bereits seit Monaten feststehenden Aufgabenlisten.

Der „Tagesspiegel“ hatte am Mittwoch über die Beschwerde eines Mathelehrers vom Canisius-Kolleg berichtet. Wenige Wochen nach dem für 150 Menschen tödlichen Absturz eines Germanwings-Flugzeugs in den französischen Alpen – mutmaßlich wegen der bewussten Kursänderung des Copiloten – hätte diese Aufgabe für die Prüfungen im April geändert werden sollen. Er warf der Bildungsverwaltung in der Hauptstadt fehlendes Fingerspitzengefühl vor.

Aufgaben bereits im November 2014 entwickelt

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) teilt zwar nach Angaben ihrer Sprecherin die Einschätzung einer mangelnden Sensibilität in der Sache. Allerdings entstanden die Abi-Aufgaben lange vor dem Unglück, sie seien im Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM) bereits im November 2014 entwickelt und im Dezember auf Prüfung und Nachprüfung verteilt worden. Insbesondere bei der Mathematik seien die Aufgaben des Zentralabiturs (6 Aufgaben im Set) zudem nicht so einfach austauschbar, weil mehrere Sachgebiete abgedeckt werden müssten mit bestimmten Alternativaufgaben.

Das Flugzeug war nach Aufgabenstellung im Gebirge unterwegs und dafür war eine Berglandschaft dargestellt, in die eine Kurslinie eingetragen war. Ziel war es, die Geradengleichung für diesen Kurs an einer Bergspitze vorbei zu bestimmen. Ein weiterer Teil der Aufgabe basierte dann auf der Annahme, dass das Flugzeug nach Erreichen der Reiseflughöhe auf einen neuen Kurs geht.

Bildungsverwaltung erhält Beschwerdemails

„Der Druck der Abituraufgaben erfolgte im Februar“, teilte Stoffers weiter mit. Für die gymnasiale Oberstufe gebe es 18 zentrale Prüfungsfächer auf zwei Niveaus und jede der etwa 180 Schulen bestelle daraus individuell. „Deshalb erfordert die Konfektionierung für die Einzelschulen viel Zeit.“ Nach Angaben der Bildungsverwaltung lagen am Mittwoch zwei Beschwerdemails gegen die Aufgabenstellung vor.