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Das sind Berlins beliebteste Gymnasien

Der Berliner Morgenpost liegt die Liste mit den Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen vor. Sie zeigt anhand der Erstwünsche der Schüler, welche Schulen besonders beliebt sind und welche nicht.

Foto: Bernd Settnik / dpa

Bisher ist sie unveröffentlicht, doch nun liegt die gesamte Liste mit den Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen der Berliner Morgenpost vor. Sie stammt aus der Senatsbildungsverwaltung und betrifft die Erstwünsche der Schüler. Die Liste zeigt, welche Schulen besonders beliebt sind und welche nicht. Bei den Gymnasien steht in diesem Jahr die Albert-Einstein-Oberschule in Neukölln ganz vorn. 54 Schüler werden dort leer ausgehen. Auf 160 Plätze gibt es 214 Erstwünsche. Auf Platz zwei liegt das Leibniz-Gymnasium in Friedrichshain-Kreuzberg mit 179 Erstanmeldungen auf 128 Plätze. Den dritten Platz belegt das Rosa-Luxemburg-Gymnasium in Pankow. Auf 64 Plätze haben sich hier 111 Schüler mit ihrem Erstwunsch beworben.

An Berlins Gymnasien und Sekundarschulen gibt es insgesamt mehr Plätze als Anmeldungen von Schülern. Berlinweit haben sich 7985 Jugendliche mit ihrem Erstwunsch auf 10.070 Gymnasialplätze beworben. Bei den Sekundarschulen gibt es 11.243 Erstwünsche auf 12.776 Plätze.

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Ranking jedes Mal anders

Zu den Gymnasien, die kaum nachgefragt sind, gehört das Neuköllner Leonardo-da-Vinci-Gymnasium. Dort haben sich mit dem Erstwunsch 75 Schüler auf 224 Plätze beworben. Auch für das Gottfried-Keller-Gymnasium in Charlottenburg-Wilmersdorf sieht es nicht gut aus. Auf 160 Plätze gibt es 86 Anmeldungen. An der Max-Planck-Schule in Mitte stellt sich die Situation ähnlich dar. Dort haben sich auf 160 Plätze 91 Schüler mit ihrem Erstwunsch beworben.

Das Ranking sieht jedes Mal etwas anders aus. Die Bewerberzahlen vom Vorjahr sind deshalb mit Vorsicht zu betrachten. Schulen, die in einem Jahr stark nachgefragt sind, können im Jahr darauf plötzlich gerade so genügend Bewerber haben, um ihre freien Plätze zu füllen. Das hat damit zu tun, dass Eltern taktisch wählen. Häufig nehmen sie Abstand von den beliebten Schulen, weil sie befürchten, dass das Kind mit einem weniger guten Durchschnitt dann sowieso keine Chance hat, dort einen Platz zu bekommen.

Schulleiter raten von solch einer Entscheidung allerdings ab: Die Eltern sollten die Schule als Erstwunsch nennen, die am besten zum Kind passt, ganz gleich, wie groß die Nachfrage ist, sagt Ralf Treptow, Vorsitzender der Vereinigung der Gymnasialschulleiter. Bei einer zu großen Bewerberzahl gebe es immer noch die Los-Chance. Treptow plädiert zudem dafür, kein Gymnasium zu schließen. Zwar hätten einige Schulen nur wenige Anmeldungen. In der Hauptstadt würden die Schülerzahlen aber steigen, sodass bald jeder Platz benötigt werde, sagte er.

Die restlichen Plätze wurden ausgelost

Das Gesetz sieht vor, dass Schulen, die mehr Bewerber als Plätze haben, zunächst 60 Prozent der Schüler nach selbst festgelegten Kriterien auswählen können. Meist wählen die Einrichtungen nach dem Notendurchschnitt der Förderprognose aus. Zehn Prozent der Plätze werden für Härtefälle vorgehalten, 30 Prozent müssen unter den restlichen Bewerbern ausgelost werden. In diesem Jahr mussten die Eltern ihre Kinder in der Zeit vom 11. bis 25. Februar an einer Oberschule anmelden und zwar an der Schule, die auf ihrer Wunschliste ganz oben steht. Sie konnten dabei aber auch einen Zweit– und Drittwunsch abgeben.

Ob sie den Platz an ihrer Erstwunschschule erhalten haben, erfahren die Schüler allerdings erst ab 22. Mai. Dann bekommen sie Post vom jeweiligen Bezirk. Wer eine Ablehnung erhält, hat gute Chancen, an seiner Zweit- oder Drittwunsch-Schule einen Platz zu erhalten. Nur wenn auch das nicht möglich sein sollte, wird dem betreffenden Jugendlichen ein Platz an einer Schule in seinem Bezirk zugewiesen, an der noch Plätze offen sind.

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