Tierschutz in Berlin

Wenn der Vogel hockt, nicht flattert – Hilfe für Jungvögel

Auch in Berlin haben die ersten Jungvögel längst ihr Nest verlassen. Doch nicht jeder kann schon fliegen. Was sollen Spaziergänger tun, die Ästlinge und Nestflüchter entdecken?

Der Deutsche Tierschutzbund warnt vor einer gut gemeinten „Rettung“ von Jungvögeln. Denn viele wirken nur hilflos, sind es aber nicht. Sie stehen weiterhin mit den Elterntieren in Verbindung. Spaziergänger, die aus dem Nest gefallene, federlose Jungvögel am Boden finden, sollten die Versorgung und Aufzucht Fachleuten in Wildtierauffangstationen überlassen, so lauet der Rat der Tierschützer

Egal ob Amseln oder Meisen, Finken oder Rabenvögel, Tauben oder Greifvögel– die Jungen der meisten Singvögel verlassen ihr Nest bereits, bevor sie voll flugfähig sind. Als sogenannte „Ästlinge“ warten sie im Geäst oder an anderen geschützten Orten auf die Rückkehr der Elterntiere, die sie nach wie vor mit Futter versorgen.

Wer unsicher ist, welchen Vogel er oder sie vor sich hat, findet Hilfe auf der Bestimmungsliste der Wildvogelhilfe.

„Diese Tiere benötigen grundsätzlich keine Hilfe, es sei denn, sie sind offensichtlich verletzt“, so ein Pressesprecher des Tierschutzbundes. Dasselbe gelte für Nestflüchter, wie junge Enten, Gänse oder Rallen, die bereits voll befiedert zur Welt kommen und ihr Nest fast unmittelbar nach dem Schlüpfen verlassen.

Alpen- und Mauersegler bilden die Ausnahme

Eine Ausnahme unter den Nesthockern bilden Alpen- und Mausersegler. Die Alttiere verbringen ihr gesamtes Leben in der Luft. Nur zum Brüten suchen sie Unterschlupf in hoch gelegenen Mauerspalten. Da die Elterntiere nicht vom Boden starten können und daher dort auch nicht landen, bleiben aus dem Nest gefallene Tiere unversorgt. Sie sollten umgehend an Fachleute übermittelt werden.

Hilfe benötigen vor allem auch sehr junge Vögel, die kaum oder gar keine Federn haben und hilflos am Boden liegen. Meist handelt es sich hierbei um aus dem Nest gefallene Jungvögel. Wenn möglich, sollten die Tiere ins elterliche Nest zurückgesetzt werden.

„Dass die Altvögel ihren Nachwuchs aufgrund des menschlichen Geruchs nicht weiter versorgen, ist ein Irrglaube“, so der Sprecher weiter.

Ist der Jungvogel verletzt oder ist es nicht möglich, ihn zurück ins Nest zu setzen, sollte man das Tier in Obhut nehmen. Statt in einem Vogelkäfig für Ziervögel, empfiehlt sich die vorübergehende Unterbringung in einem Pappkarton, der – weil die Tiere häufig unterkühlt sind – am besten im Haus untergestellt wird.

Wenn Unsicherheit über die richtige Ernährung besteht, sollte man besser keine Fütterungsversuche unternehmen. So sind zum Beispiel im Garten gefangene Insekten für reine Körnerfresser völlig ungeeignet. Wasser sollte dem Jungvogel allerdings immer angeboten und gegebenenfalls an den Schnabelrand geträufelt werden. Sobald möglich, sollten die Tiere dann in eine Auffangstation vermittelt werden.

In Berlin ist das die Wildvogel des Naturschutzbundes NABU. Mehr Informationen dazu und den Kontakt finden Sie >>> hier <<<.