Naturschutz

Brutstätte Bundestag – Nebelkrähen sorgen für Nachwuchs

Zwischen zwei Parlamentsgebäuden mit Abgeordnetenbüros in Mitte nisten derzeit Nebelkrähen. Bald werden Jungvögel unterwegs sein. Dann heißt es, vorsichtig zu sein.

Foto: Bernd Von Jutrczenka / dpa

Sie gelten als besonders opportunistisch – und fühlen sich vom Bundestag angezogen: Derzeit nisten Nebelkrähen zwischen zwei Parlamentsgebäuden mit Abgeordnetenbüros in Mitte. „Es ist der einzige Vogel, der sich auch an Gebäudestrukturen orientiert“, erklärt die Geschäftsführerin des Naturschutzbundes (Nabu) Berlin, Anja Sorges. „Es sind absolute Opportunisten, sie kommen super mit ihrer Umgebung klar.“

Bald ist bei den Vögeln mit Nachwuchs zu rechnen – ihre Brutzeit dauere für gewöhnlich bis Mai. Die Eier werden 20 Tage bebrütet. Wenn die Jungvögel flügge sind, ist laut Nabu um den Bundestag eine gewisse Vorsicht angebracht. Denn zuerst seien die jungen Krähen noch unbeholfen und landeten auch einmal auf dem Boden. „Fühlen die Eltern ihre Jungen durch den Menschen bedroht, kommt es in dieser Zeit auch zu den berühmt-berüchtigten Krähenattacken“, warnt Sorges. Auf dem Boden sitzende Krähen sollte man besser in Ruhe lassen.

Im Übrigen bot die Hauptstadt in den vergangenen Jahren keine idealen Bedingungen für Vögel – ihre Vielfalt ging „dramatisch“ zurück, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg in seiner jüngsten einschlägigen Broschüre feststellte. „Als eine Ursache kommt der Rückgang der Brachflächen durch die Erschließung für Bau- und Infrastrukturprojekte in Betracht.“ Wo sich Menschen ausbreiten, ist also nicht immer Platz für Vögel. Denn nicht alle sind so opportunistisch wie die Nebelkrähen.