Im Streifenwagen

Das sind die neuen Blitzer der Berliner Polizei

Die Polizei blitzt ab sofort auch aus Streifenwagen heraus. Zumindest sind die neuen Mess-Fahrzeuge kaum von normalen Funkwagen zu unterscheiden. Und in Kürze gibt es wieder einen Blitzmarathon.

Autofahrer in Berlin haben es künftig schwerer, mobile „Blitzer“ der Polizei rechtzeitig zu erkennen. Ab sofort werde auch aus Streifenwagen heraus geblitzt und nicht mehr nur aus zivilen Polizeifahrzeugen, sagte Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt am Mittwoch. Dafür wurden sechs neue Einsatzwagen zum Tempomessen angeschafft.

Künftig sei für Autofahrer nicht mehr ohne weiteres erkennbar, ob es sich um einen gewöhnlichen Funkwagen handelt oder ob daraus die Geschwindigkeit gemessen werde, erklärte Kandt. Er verspreche sich davon „gute psychologische Effekte“.

Die Berliner Polizei verfügt neben den sechs neuen Fahrzeugen auch noch über 16 Zivilwagen mit Messgeräten für Geschwindigkeitskontrollen. Außerdem sind an 22 Standorten in der Hauptstadt „Blitzer“ fest installiert.

Die neuen Wagen sollen laut Kandt in zwei Schichten nahezu täglich unterwegs sein. Die Investition solle sich amortisieren. 600.000 Euro haben die Fahrzeuge samt Technik gekostet. „Unser Ziel ist es nicht, Geld zu verdienen, sondern die Sicherheit im Verkehr herzustellen“, bekräftigte der Polizeipräsident. Jeden Tage gebe es in der Hauptstadt neun Unfälle, weil Fahrer zu schnell waren. Bei jedem dritten Unfall mit Verletzten sei überhöhte Geschwindigkeit im Spiel gewesen.

Blitzer-Marathon für kommende Woche angekündigt

Die eingebauten Geräte können nach Angaben von Detlef Freitag von der Verkehrspolizei drei Fahrspuren überwachen. Autos werden auf einer Entfernung von bis zu 75 Metern erfasst. Die Geschwindigkeit wird gemessen, wenn sich das Auto zwischen 50 und 20 Meter vor dem Messgerät aufhält. Das Foto eines Rasers werde zwölf Meter vor dem Einsatzfahrzeug gemacht.

Die Gewerkschaft der Polizei in Berlin sieht in der neuen Strategie ein geeignetes Verfahren, gegen Raser vorzugehen. Jedoch gebe es zu wenig Personal angesichts der vielfältigen Aufgaben, betonte der stellvertretende Landesvorsitzende Detlef Herrmann. „Die Einnahmen aus der Verkehrsüberwachung müssen dem Polizeihaushalt zugeführt werden“, fordert er.

In der kommenden Woche wird es erneut einen Blitzer-Marathon geben. In Berlin werden 1650 Beamte an 280 Orten das Tempo messen.

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