Stadtverkehr

Die Fahrräder der Berliner werden jetzt automatisch gezählt

Laut Studie wünschen sich Großstädter, dass der Verkehr weniger auf Autos und mehr auf Radfahrer, Fußgänger und Bus und Bahn ausgerichtet wird. Der Senat lässt die Fahrräder der Berliner nun zählen.

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Das Auto als Statussymbol hat in Großstädten wie Berlin offenbar ausgedient. So zumindest lässt sich die diesjährige Umweltbewusstseinsstudie interpretieren, die am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Rund 82 Prozent der Deutschen fordern demnach, die Verkehrsplanung in Städten nicht vorrangig auf Autos auszurichten. Sie verlangen stattdessen einen stärkeren Ausbau von Fuß- und Fahrradwegen, Car-Sharing-Angeboten und des öffentlichen Nahverkehrs, wie die repräsentative Studie des Umweltbundesamtes (UBA) ergab. „Die Leute wollen eindeutig nicht mehr in Auto-zentrierten Städten leben“, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD).

Umgestaltung der Stadt

Einen besonderes schweren Stand hat nach Angaben der Studie der motorisierte Individualverkehr bei der jungen Generation. Bei den befragten 14- bis 17-Jährigen sind sogar 92 Prozent dafür, Städte gezielt so umzugestalten, dass man kaum noch auf ein Auto angewiesen ist. Eine hohe Zustimmung gibt es zudem für neue Mobilitätskonzepte in den Städten. So steigt die Bereitschaft, auf alternative Angebote wie Carsharing zuzugreifen. Ein Car-Sharing-Fahrzeug kann laut Studie fünf normale Fahrzeuge ersetzen. Carsharing habe daher das Potenzial, sich zu einem wichtigen Beitrag für Klimaschutz und Ressourceneffizienz zu entwickeln.

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Nach Angaben der Senatsverwaltung für Verkehr verfügt in Berlin nur etwa jeder zweite Berliner Haushalt über ein Auto. Der Motorisierungsgrad liegt bei 324 Pkw je 1000 Einwohner (Hamburg: 419 Pkw je 1000 Einwohner; Brandenburg: 497 Pkw je 1000 Einwohner).

Mehr als zwei von drei Berlinern haben ein Fahrrad

Dagegen besitzen mehr als 70 Prozent der Berliner ein Fahrrad: Laut Senatsangaben kommen auf 1000 Einwohner 721 Fahrräder. „In Berlin werden heute schon jeden Tag über 1,5 Millionen Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt“, schätzt Berlins Staatssekretär für Verkehr, Christian Gaebler. Im Durchschnitt seien etwa eine halbe Million Radfahrer in der Stadt unterwegs.

Wie viele Radfahrer ganz genau in Berlin unterwegs sind, dazu gibt es bislang jedoch noch keine gesicherten Angaben. „Wir haben vor wenigen Tagen damit begonnen, automatische Zählstellen überwiegend an Orten in der Innenstadt zu installieren“, sagte Petra Rohland, Sprecherin des Verkehrssenators Andreas Geisel (SPD) der Berliner Morgenpost. Mit den neuen Daten sollen dann die Verkehrsströme neu bewertet werden.