Saisonbeginn

12 Tipps, worauf Fahrradfahrer in Berlin achten sollten

Mit dem warmen Wetter beginnt die Fahrrad-Saison. Damit steigt auch die Gefahr von Unfällen. Die Berliner Polizei gibt Tipps, was Fahrradfahrer beachten sollten.

Foto: Friso Gentsch / dpa

Die Fahrradsaison hat begonnen. Auf den Berliner Straßen sind spürbar mehr Menschen auf zwei Rädern unterwegs. Wir haben bei Polizeihauptkommissar Stefan Drescher nachgefragt, worauf Radler, aber auch Fußgänger und Autofahrer jetzt wieder achten müssen.

Abbieger

Laut dem Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club geschehen jährlich mehr als 1000 Unfälle, weil Autofahrer einen Radler beim Abbiegen übersehen. Zehn Fahrradfahrer kamen 2014 ums Leben. „Autofahrer dürfen vor dem Abbiegen niemals den Schulterblick vergessen“, sagt Stefan Drescher. Radfahrer müssen ihrerseits an Kreuzungen stets daran denken, dass sie von Autofahrern übersehen werden könnten. „Deshalb: Nie blind auf die Vorsicht des Autofahrers zählen, im Zweifel lieber selbst bremsen“, sagt Drescher.

Einbahnstraßen

Manche Einbahnstraßen sind für Radler auch in entgegengesetzter Richtung befahrbar. Aber auch hier muss man damit rechnen, dass Autofahrer dies übersehen haben und nicht mit entgegenkommenden Radlern rechnen.

Handy

Egal, auf wie vielen Rädern man unterwegs ist: Wer mit dem Telefon am Ohr erwischt wird, muss ein Verwarnungsgeld zahlen. Für Radler werden 25 Euro fällig. Punkte in Flensburg gibt es übrigens nicht nur für Verkehrsteilnehmer mit Führerschein. „Es zählt allein die Schwere des Verstoßes“, sagt Drescher.

Beleuchtung

Das Licht muss zwar seinen Strom nicht mehr vom Dynamo beziehen. Aber Lampen mit Batterie oder Akku dürfen nicht an- und ausblitzen. Sie sind zwar gut sichtbar, können entgegenkommende Fahrer aber irritieren und blenden. Offiziell gestattete Lichter haben die sogenannte Bauartgenehmigung. Das entsprechende Prüfzeichen, etwa ein „E“ oder ein Wellensymbol, ist in Glas oder Plastikscheibe eingelassen. Zur vollständigen Beleuchtung gehören: zwei Reflektoren pro Pedal, ein breiter Reflektor hinten am Rad, zudem je ein Reflektor hinten und vorn, ebenfalls hinten und vorn das weiße oder rote elektrisch betriebene Licht, und dann noch entweder zwei gelbe Streifenreflektoren pro Rad oder reflektierende Reifen. Eine Polizeikontrolle kann teuer werden: Das Verwarnungsgeld beträgt 20 bis 35 Euro.

Bürgersteig

Wer nicht unter elf Jahren ist, darf nicht mehr auf dem Bürgersteig fahren. Autofahrer, die etwa aus einer Einfahrt kommen, sollten dennoch mit vorbeifahrenden Radlern rechnen: Wer bei einem Unfall die Schuld trägt, muss meist vor Gericht geklärt werden.

Musik

Es ist nicht verboten, beim Fahrradfahren Kopfhörer zu tragen und Musik zu hören. Aber nur so laut, dass man das Verkehrsgeschehen noch wahrnimmt.

Kinder

Wer Kinder mitnimmt, muss mindestens 16 Jahre alt sein. Bei Fahrradanhängern prüfen Eltern am besten rechtzeitig, ob sie schmal genug für den Radweg sind. Darin dürfen zwei Kinder unter acht Jahren sitzen. Kinderfahrräder gelten rechtlich als besondere Fortbewegungsmittel und unterliegen nicht den Ausrüstungsvorschriften. Dabei ist nicht die Größe der Räder entscheidend, sondern, ob sie etwa noch Stützräder haben oder zum spielerischen Umherfahren genutzt werden.

Busspur

Wer in der Stadt unterwegs ist, kann leicht den Eindruck bekommen, Radler dürften auf allen Busspuren fahren. Dies ist aber nur dort gestattet, wo es am blauen Busspur-Schild ausdrücklich mit einem Zusatzzeichen erlaubt wird, wie auf dem Kurfürstendamm.

Zebrastreifen

Hier hat ein Radler nur dann Vorrecht, wenn er zum Fußgänger wird. Also: Immer absteigen!

Autotüren

Es ist ein unlösbares Problem für Fahrradfahrer: Einerseits müssen sie sich auf der Straße an das Rechtsfahrgebot halten. Andererseits sollen sie Abstand zu parkenden Autos wahren. Da hilft nur, unterwegs stets mit achtlosen Autofahrern zu rechnen.

Helm

Eine Helmpflicht besteht nicht. Stefan Drescher rät dennoch dazu. Er empfiehlt außerdem, bei Fahrten in Dämmerung und Dunkelheit helle Kleidung zu tragen, wenn möglich sogar die Warnweste.

Fahrradwege

Autofahrer wissen oft nicht, welche Gefahren sie schaffen, wenn sie ihr Auto auf Radwegen oder den aufgemalten Schutzstreifen parken. „Radler müssen die Autos in gewagten Ausweichmanövern umfahren“, sagt Drescher, „wobei dann wieder auf die Autos von hinten zu achten wäre“. Das ist riskant und erleichtert zudem nicht das sowieso schon angespannte Verhältnis zwischen Auto- und Radfahrern.