Humboldtforum

Zoll kontrolliert Schloss-Baustelle auf Schwarzarbeit

Etwa 110 Zollbeamte haben am Montagvormittag unangemeldet die Baustelle des Berliner Schlosses auf Schwarzarbeit kontrolliert. 125 Personen mussten ihre Daten angeben.

Foto: Rainer Jensen / dpa

Am Montagmorgen kontrollierte die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) der Zollverwaltung unangemeldet die Stadschloss-Baustelle auf Schwarzarbeit. Die Aktion wurde im Rahmen der präventativen Schwarzarbeitbekämpfung durchgeführt.

Die Aktion begann gegen 9.30 Uhr. 110 Zollbeamte erreichten gleichzeitig die Baustelle des Humboldtforums auf dem Schlossplatz. Noch vor Ort sammelten die Kontrolleure via Fragebogen die Daten aller Arbeiter, insgesamt 125 Personen. Ziel des Einsatzes war nach Angaben des Zoll-Sprechers Michael Kulus die Arbeitsverhältnisse zu prüfen, zum Beispiel ob der Mindestlohn gezahlt wird.

Hinweise, dass auf der großen Baustelle Schwarzarbeit betrieben wird, habe es keine gegeben, sagte Kulus am Montag. "Es war eine reine Präventivaktion", so der Sprecher. Dabei haben die Kontrolleure keine Verstöße die sofortige Maßnahmen erfordert hätten festgestellt. Die Informationen, die mit Hilfe der Fragebogen gesammelt worden, werden nun ausgewertet. Ergebnisse sind am Montag nicht zu erwarten.

Seit Jahresbeginn überwacht der Zoll die Einhaltung des gesetzlichen Mindestlohns. In Deutschland ist Schwarzarbeit nach Erkenntnissen der Universität Linz am weitesten auf dem Bau und im Bauhandwerk verbreitet. In Berlin ist Schwarzarbeit nach Angaben von Experten besonders stark ausgeprägt, da hier in den vergangenen beiden Jahrzehnten nach dem Fall der Mauer sehr viel gebaut wurde – in Folge des Zusammenwachsens der beiden Stadthälften und des Regierungsumzuges von Bonn nach Berlin. Zudem ist die geografische Nähe zu Polen und Tschechien ein Anreiz für Schwarzarbeiter, die nur zeitweise nach Berlin kommen.