Frühling in Berlin

Wärmer als am Mittelmeer - Tipps für den perfekten Sonn-Tag

Der Frühling ist da. Mit Temperaturen bis 18 Grad könnte Berlin an diesem Sonntag sogar Mallorca toppen. Unsere Tipps für den Ausflug mit der Familie und Freunden.

Zum Weltfrauentag ist der Frühling in Berlin angekommen – mit schönstem Sonntagswetter. Hoch „Karin“ bringt kräftig Sonnenschein, kaum Wind - und wenn die Prognosen stimmen, steigen die Temperaturen bis auf 18 Grad. Damit wird es hier wärmer als an vielen am Mittelmeer. So erwarten die Meteorologen in Neapel gerade einmal 13 Grad, in Barcelona 16, und selbst in Mallorca soll es mit 17 Grad nicht wärmer sein.

Auch zum Wochenbeginn sei weiter mit mildem Wetter zu rechnen, sagte ein DWD-Meteorologe in Potsdam. Aber die Sonne mache sich in der nächsten Woche wieder rarer. Es lohnt sich also, diesen Tag im Freien zu verbringen. Draußen sitzen und Kaffee trinken, Schifffahren, spazieren gehen oder sogar ein bisschen wandern. Hier einige Tipps für einen entspannten Frühlingstag.

Dampfer fahren

Die Schifffahrtssaison hat am Freitag begonnen. Bei der Reederei Riedel dauert die Fahrt von der Anlegestelle Moltkebrücke gegenüber dem Hauptbahnhof zum Mühlendamm und zurück eine Stunde. Es geht mitten durch die Stadt, vorbei an Regierungsgebäuden, Museen, Fernsehstudios, Kirchen und Baustellen wie der des Stadtschlosses.

Riedels Schiffe wie etwa die „Schöneberg“ fahren täglich zwischen 10 und 16 Uhr, los geht es zu jeder halben Stunde. Am Sonnabend saßen Vicky Wahring und Mark Leider aus Leipzig auf der „Schöneberg“. Die beiden nutzten das schöne Wetter, um endlich mal in Berlin mit dem Dampfer zu fahren. „Man sieht die Stadt aus einem anderen Blickwinkel, das ist spannend“, sagte Mark Leider der Berliner Morgenpost.

Schloss besichtigen

In dem reizvoll an den Ufern des Flusses Dahme gelegenen Barockschloss Köpenick werden Schätze des Kunstgewerbemuseums ausgestellt. In einer ständigen Schau sind Werke der Raumkunst aus Renaissance, Barock und Rokoko zu sehen. Die unvollendet gebliebene Schlossanlage ist auf einer künstlichen Insel am Rande der Köpenicker Altstadt zu finden. Der heutige Bau entstand zwischen 1677 und 1690. Für einen kleinen Spaziergang bietet sich die Gartenanlage des Schlosses an. Im ehemaligen Wirtschaftsgebäude gibt es ein gemütliches Café. Öffnungszeiten: donnerstags bis sonntags, jeweils 11 bis 17 Uhr. Eintrittspreise: Museumskarte Schloss Köpenick sechs Euro, ermäßigt drei Euro. Oder im Onlineshop für fünf Euro, ermäßigt 2,50 Euro.

Turm besteigen

Wer einen längeren Spaziergang machen will, der sollte den Müggelturm besuchen, der endlich wieder geöffnet ist. Der knapp 30 Meter hohe Aussichtsturm steht auf dem Gipfel des Kleinen Müggelbergs. 126 Stufen muss der Besucher bis zur Aussichtsplattform hochsteigen. Dort hat er dann einen schönen Rundum-Blick. Das Panorama reicht vom Müggelsee bis zum Langen See, vom Museumspark Rüdersdorf bis zum Flughafen Schönefeld, vom Alexanderplatz bis zum Tropical Islands an der Grenze zum Spreewald. Bei gutem Wetter haben Besucher eine Fernsicht von bis zu 60 Kilometer. Der Turm ist täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Die Besteigung kostet zwei Euro für Erwachsene, ermäßigt und für Kinder einen Euro.

Garten bewundern

Eines der beliebtesten Ausflugsziele Berlins ist die Pfaueninsel. Wer dort mit der Fähre ankommt, glaubt sich in eine Märchenlandschaft versetzt. Dafür sorgt vor allem der Landschaftsgarten mit seinen etwa 400 uralten Eichen. Er wurde von 1821 bis 1834 von Peter Joseph Lenné nach englischem Vorbild gestaltet und mit wertvollen botanischen Gewächsen bepflanzt. Beim Spaziergang auf der rund 1,5 km langen und 0,5 km breiten Insel inmitten der Havel können dem Besucher die freilaufenden Pfauen begegnen. Seit einigen Jahren leben dort im Sommer sogar einige Wasserbüffel, die als natürliche Rasenmäher fungieren. Das kleine Schloss auf der Insel ist als romantische Ruinenarchitektur ausgeführt und aus preußischen Hölzern errichtet worden. Die Bauarbeiten dauerten von 1794 bis 1797. Im März ist die Insel täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis samt Fähre beträgt drei Euro für Erwachsene, ermäßigt 2,50 Euro.

Tiere besuchen

Wer sich noch einmal das Tigerbaby Alisha anschauen möchte, der sollte an diesem Sonntag den Tierpark besuchen. Schon am 10. März wird die inzwischen zwölf Wochen alte Alisha in den Tierpark Eberswalde übersiedeln. Im Tierpark in Friedrichsfelde gibt es natürlich auch viele andere Tiere zu sehen. Und spazieren gehen kann man in dem großen Landschaftspark auch. Fütterungszeit für die Eisbären ist um 10.30 Uhr. Die Affen werden um 12 und um 16 Uhr im Tropenhaus gefüttert. Um 14.15 bekommen die Flusspferde etwas zu fressen. Der Tierpark ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 12 Euro, Kinder sechs Euro.

Berg besteigen

Bergsteigen mitten in der Stadt und ohne spezielle Ausrüstung: Der Große Bunkerberg im Volkspark Friedrichshain ist mit 78 m die höchste Erhebung des Bezirkes Friedrichshain-Kreuzberg. Der Berg ist ein typischer Berliner Trümmerberg. Nachdem die versuchte Sprengung der dort befindlichen Flaktürme durch die Rote Armee im Juni 1946 nicht sehr erfolgreich war, wurde jede Menge Schutt um ihn herum angehäuft: Das brachte der Erhebung den Namen „Mont Klamott“ ein. Zum Gipfel des Berges führen einige Wanderwege, die in ein Rondell münden. In die Brüstung des Rondells sind in der jeweiligen Himmelsrichtung etliche Sehenswürdigkeiten und Stadtteile im Umkreis eingraviert. Die sind jedoch nur dann gut zu erkennen, wenn die vielen Bäume, die auf dem Berg wachsen, noch kahl sind, wie eben jetzt.

Sport treiben

Radfahren, Drachen steigen lassen, Skaten, joggen oder einfach nur laufen – auf dem Tempelhofer Feld ist für alle Platz und jede Menge Sonne. Der ehemalige Flughafen Tempelhof mit der großen Abfertigungshalle und seinem über 300 Hektar großen Flugfeld wurde nach Einstellung des Flugbetriebes im Mai 2010 zu einem öffentlichen Park. Als Tempelhofer Feld soll das Gelände unter der Beteiligung der Bürger künftig behutsam in einen vielfältig nutzbaren Park umgestaltet werden. Das Feld ist im März täglich von sechs bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Foto: (2) / Reto Klar