Tierpark Berlin

Im Video - Alisha nimmt Abschied von Berlin

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Tanja Laninger

Ihre Mütter hatten nicht genug Milch: So ziehen Pfleger die Amurtiger Alisha und Dragan mit der Flasche auf. Heute zieht Alisha nach Eberswalde. Im Video können Sie das Tigerbaby noch einmal sehen.

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Nach Orang-Utan-Baby Rieke verlässt ein zweiter tierischer Nachwuchsstar die Stadt: Am Dienstag zieht Alisha um – zumindest vorerst. Das zwölf Wochen alte Tigerbaby reist vom Tierpark Berlin in sein neues Heim im Zoo Eberswalde. Dort trifft Alisha auf den fünf Monate alten Amurtiger Dragan.

„Wir wollten Alisha so schnell wie möglich mit ihresgleichen zusammenbringen, damit sie nicht auf den Menschen geprägt ist“, sagte Tierpflegerin Petra Schröder der Berliner Morgenpost. „Nun haben wir das große Glück, dass in Eberswalde auch gerade ein kleiner Tiger aufgezogen wird – und der soll ihr neuer Spielkumpel werden.“ Anders als Rieke soll Alisha jedoch zurück an die Spree kommen: Eine Rückkehr ist nach Angaben von Zoo-Sprecherin Christiane Reiss bereits für Mai dieses Jahres geplant.

Doch am Dienstagmorgen geht es für die knapp zehn Kilo schwere Alisha erst einmal in ihrer gewohnten Transportkiste nach Eberswalde. Tierpflegerin Angelika Berkling und Kurator Christian Kern reisen mit ihr. Je nach Situation und Verhalten der beiden Jungtiere werden die Tiger dann direkt nach Ankunft im Zoo Eberswalde zusammengeführt.

Anfangs getrennte Schlafboxen

„Vielleicht reagiert Alisha anfangs noch etwas ängstlich, da Dragan allein durch seine Körpergröße Alisha deutlich dominiert. Grundsätzlich gehen wir aber davon aus, dass sich die Tigerjungtiere gut verstehen. In diesem Alter freuen sie sich auf einen Spielgefährten“, erklärt Tierpark-Kurator Kern. Die ersten zwei Nächte werden beide Tiger wahrscheinlich noch in getrennten Schlafboxen verbringen. Sie sollen nur tagsüber zusammen spielen – immer unter Aufsicht der Pfleger.

Toben ist für die kleine Tigerin momentan übrigens das Wichtigste. „Das Besondere an Alisha ist ja, dass sie ein Sibirischer Tiger ist. Und diese sind von der Mentalität her etwas eigenwillig. Wenn sie vor dem Fressen erst Spielen will, legt sie sich so lange hin, bis gespielt wird“, so Tierpflegerin Schröder.

Alisha kam am 10. Dezember 2014 im Tierpark Berlin zur Welt. Ihre Mutter Aurora, 5, hat nicht ausreichend Milch. Deshalb geben die Tierpfleger Alisha die Flasche. Genauso geht es dem am 7. Oktober 2014 im Zoo Eberswalde geborenen Dragan – auch er wird von den Tierpflegern aufgezogen.

Gemeinsam nach Berlin

Alishas zeitweiliger Umzug nach Eberswalde hat ganz praktische Gründe: „Im Zoo Eberswalde sind die Räumlichkeiten besser geeignet, um kleine Tiger aufzuziehen“, erklärt die Berliner Zoo- und Tierpark-Sprecherin Christiane Reiss. Doch das ändert sich mit jedem Kilo, das die Raubtiere zulegen werden. „Zwei Monate machen da eine Menge aus. Später dann hat der Tierpark Berlin die bessere Anlage“, so Reiss weiter. Auf der großen Tigerfelsenanlage in Friedrichsfelde könnten und sollen dann beide, Alisha und Dragan, gemeinsam herumtollen.

Alisha kommt also im Mai nicht alleine zurück – sondern mit ihrem hoffentlich neuem Freund aus Eberswalde. Doch wer langfristig wo leben wird, ist wiederum völlig offen. „Das wird über das Europäische Erhaltungszuchtprogramm entschieden. Dabei geht es vor allem um den Genpool“ erklärt Reiss – und leider nicht um Publikumsvorlieben.

Rieke lebt sich inzwischen ein

Das Berliner Orang-Utan-Baby Rieke hatte am Dienstag vor zwei Wochen ihr neues Zuhause in England wohlbehalten erreicht. Anders als Alisha hat das sechs Wochen alte Affenmädchen bereits seinen neuen Spielkameraden in dem Affen-Auffangzentrum Monkey World in Wool getroffen: einen fünf Monate alten Orang Utan namens Bulu Mata aus Budapest. Auch er ist also älter. Über die kommenden Monate wird Rieke nach und nach ihrer neuen Adoptivfamilie vorgestellt. Die Pfleger hoffen, dass Orang-Utan-Dame Hsiao-quai sie wie ein eigenes Kind annimmt und großzieht. Bis dahin werde das Personal die beiden Babyäffchen rund um die Uhr füttern und abends in ihr eigenes „Kinderzimmer“ bringen, hieß es.

Aktuell leben 17 Borneo- und Sumatra-Orang-Utans zusammen in drei Gruppen in der Monkey World. Die jüngsten Tiere stammen aus Basel, Moskau, Paris und Budapest.

Wer will, kann Rieke und Bulu Mata sogar Geschenke machen. Monkey World hat bei Amazon eine Wunschliste eingerichtet, auf der neben einem Zelt und Spielzeug auch eine elektrische Zahnbürste, Leckereien wie Erdnussbutter und Rosinen sowie Windeln und Babyöl stehen.

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