Berliner Senat

Charité bekommt 61 Millionen Euro für Infrastruktur-Projekte

Aus dem Fonds „Sondervermögen Infrastruktur der wachsenden Stadt“ fließt Geld an die Charité. Gebaut werden soll unter anderem ein neuer Hubschrauberlandeplatz. Doch es geht auch um die Bausubstanz.

Foto: Sergej Glanze / Glanze

Am Charité-Klinikum Benjamin Franklin in Steglitz wird ein neuer Landeplatz für den ADAC-Rettungshubschrauber Christoph 31 gebaut. Der jetzige Landeplatz ist bereits 38 Jahre alt, inzwischen haben sich gesetzliche Vorgaben, etwa bei Sicherheitsabständen zu Gebäuden, geändert. Möglich wird die etwa 2,5 Millionen Euro teure Investition, weil die Charité 53 Millionen Euro aus dem Investitionsfonds des Senats („Sondervermögen Infrastruktur der wachsenden Stadt“) erhalten soll. Die Liste der Projekte, die aus dem insgesamt 438 Millionen Euro umfassenden Fonds finanziert werden, ist zwar noch nicht endgültig von Senat und Abgeordnetenhaus beschlossen, doch gelten Änderungen am Anteil für das Universitätsklinikum als unwahrscheinlich.

Von 1987 bis 2014 gab es für Christoph 31 insgesamt fast 60.000 Alarmierungen, allein 2014 waren es mehr als 3700. Kein anderer Rettungshubschrauber in Europa wird so häufig angefordert. Christoph 31 versorgt stadtweit sowie im Umland Notfallpatienten. Die von Notärzten der Charité behandelten Menschen werden in die nächstgelegene geeignete Klinik transportiert. Nur jeder fünfte Patient wird tatsächlich in die Charité eingewiesen. Die Bauzeit für den neuen Landeplatz soll eineinhalb Jahre betragen. Aus dem Infrastruktur-Fördertopf des Senats soll auch die Starkstromversorgung an den Kliniken Benjamin Franklin und Rudolf Virchow (Wedding) erneuert werden. Die Technische Gebäudeausstattung habe dort „in Teilen einen Zustand erreicht, der sicherheitsrelevant ist“, heißt es aus der Senatsverwaltung für Wissenschaft.

Weil manche Ersatzteile schon nicht mehr zu beschaffen seien, bestünden Risiken für die medizinische Versorgung bei Stromausfall, bei Datenverlusten im größeren Umfang und beim Ausfall von Kommunikationssystemen. Der Erneuerung der Stromversorgung an den Standorten Steglitz und Wedding komme daher „die höchste Priorität“ zu. Ein dritter Schwerpunkt ist die Fusion von Rettungsstellen und der Intensivmedizin am Virchow-Klinikum.

Durch räumliche Zusammenlegungen soll die Leistungsfähigkeit der Bereiche verbessert und unnötige Patiententransporte innerhalb des Klinikums vermieden werden.

Grundsanierung an zwei Standorten

Zu den 438 Millionen Euro aus dem Investitionsfonds kommen noch 66 Millionen Euro aus den Mitteln für die Ausbildungsförderung Bafög. Diese werden für Berlin frei, weil der Bund sie künftig trägt. Die Charité soll aus diesem Topf weitere knapp acht Millionen Euro erhalten. Davon sind drei Millionen Euro für die Sanierung der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Standort Mitte vorgesehen. Ursprünglich sollte die Klinik mit 78 Betten in ein anderes Gebäude umziehen, doch auf Initiative von Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD) wurde die Planung verändert. Auch der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses sprach sich einhellig dafür aus, Scheeres hält das um 1900 errichtete Gebäude der „Alten Nervenklinik“ aus fachlicher Sicht und im Sinne der Patienten nach einer dringend notwendigen Sanierung für ideal.

So könnten die Patienten, obwohl es sich um eine geschlossene Psychiatrie handelt, auch einzeln die großzügigen, geschützten Gärten nutzen. Bislang stand aber für eine Sanierung der Klinik kein Geld zur Verfügung. Vor allem Brandschutz und Sanitäranlagen müssen erneuert werden. „Der derzeitige bauliche Zustand in der Psychiatrie in Mitte ist den Patienten und Mitarbeitern kaum noch zuzumuten“, sagte Scheeres der Berliner Morgenpost. Der Aufsichtsrat der Charité und das Landesparlament müssen dem Plan noch zustimmen.

„Die Bedingungen für die Patienten spürbar verbessern“

„Die Charité freut sich über die zusätzlichen Mittel und ist sehr dankbar, in den kommenden Jahren einen Gesamtbetrag von rund 53 Millionen Euro aus dem Sondervermögen ,Infrastruktur der wachsenden Stadt’ zu erhalten“, sagte Karl-Max Einhäupl, Chef des Universitätsklinikums, der Berliner Morgenpost. Die Mittel würden dringend benötigt, um die veraltete technische Infrastruktur der Klinik zu erneuern und Betriebsgefährdungen abzuwenden. „Mit dem Geld aus den freiwerdenden Bafög-Mitteln und dem Infrastrukturfonds-Fonds gelingt uns der Einstieg in die notwendige Grundsanierung der Charité-Standorte Wedding und Steglitz“, betonte Senatorin Scheeres.

„Damit können wir die Behandlungsbedingungen für die Patienten spürbar verbessern und die Leistungsfähigkeit der Klinik steigern“, so Scheeres. Das Benjamin Franklin werde als leistungsfähiger Standort der Charité langfristig gesichert. Für die Patientenversorgung im Südwesten habe das Universitätsklinikum eine herausragende Bedeutung. Die Maßnahmen seien dringend notwendig. Natürlich könne mit diesem Geld noch nicht alles saniert werden, aber es sei möglich, „dringende Probleme abzuräumen“.