Die Diskussion zog sich über viele Jahre, nun wurden die neuen Räume der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Benjamin Franklin (CBF) in Steglitz-Zehlendorf nach 18 Monaten Bauzeit eröffnet. Elf Millionen Euro hat der Umbau gekostet. Die ersten Patienten zogen noch am Montagnachmittag ein.
Ein Umzug war längst überfällig, bereits im Jahr 2005 wurde er beschlossen. Denn die Bedingungen am alten Klinikstandort in der Charlottenburger Eschenallee waren nicht mehr gut. Optimal war der Standort noch nie. „Der Standort war eigentlich ein langes Provisorium“, sagte der Ärztliche Direktor der Charité, Ulrich Frei. Für die Direktorin der Klinik für Psychiatrie gibt es nur einen Wermutstropfen: Die neue Klinik ist kleiner als die alte. Statt wie bisher 9000 Quadratmeter, sind es nur noch rund 5500. „Aber ansonsten sind wir wirklich absolut begeistert“, sagte Isabella Heuser-Collier, „die Patienten werden sich sehr wohl fühlen.“
1,5 Millionen Euro Ersparnis
Und, der Wermutstropfen erweist sich aus ökonomischer Sicht als Vorteil. Denn die großen Flächen des alten Standorts Eschenallee mussten instand und sauber gehalten und beheizt werden. Das kostet Geld. Durch den Umzug sollen jetzt im Jahr 1,5 Millionen Euro eingespart werden. Ein Umstand, der die Politik freuen dürfte, denn das Land Berlin ist Träger der Charité.
Die Zukunft des sanierungsbedürftigen Klinikstandortes Benjamin Franklin wurde in der Vergangenheit immer wieder diskutiert. Auch eine Schließung. Der Umzug dürfte zumindest dieses Szenario erst einmal ausschließen. „Das ist ein starkes Signal des Landes Berlin an den Standort“, sagte Steffen Krach, neuer Staatssekretär für Wissenschaft.
Studenten müssen keine weiten Wege mehr zurücklegen
Doch die Verlegung der Klinik hat für die Charité nicht nur wirtschaftliche Gründe. Auch die Patientenversorgung soll verbessert werden. In den neuen Räumen gibt es nur noch Ein- und Zweibettzimmer. „Außerdem sind wir nun endlich auf einem Campus angesiedelt“, sagte Klinikdirektorin Isabella Heuser-Collier. Das sei für die Studierenden gut, die nicht mehr so weite Wege zurücklegen müssten.
Auch die interdisziplinäre Behandlung der Patienten sei nun besser möglich. Sie betonte auch die Vorteile für die Forschungstätigkeit. Da Forschung nicht nur aus dem Labor komme, brauche man Patienten, die gerne an die Klinik kämen.
Ein Signal des Landes Berlin
Der Umbau der Räume ist ein Signal des Landes Berlin. Doch die Charité betont, es gibt noch mehr zu tun. „Es war schwierig, an die bestehende alte Infrastruktur anzuknüpfen“, sagte Christian Kilz, der an der Charité das Baumanagement leitet und auch den Umbau geleitet hat, „das stellt uns immer wieder vor Probleme.“ Deswegen müsse man eine Gesamtsanierung am Campus Benjamin Franklin forcieren.
Auch der ärztliche Direktor Ulrich Frei sagte zu dem Umbau: „Das kann nicht das Ende sein. Auch in der Psychiatrie in Mitte und am Campus Benjamin Franklin gibt es einiges zu tun.“
Staatssekretär Krach betonte, in den jetzt anstehenden Verhandlungen zum Doppelhaushalt für die Jahre 2016 und 2017 werde darüber beraten. Er sagte jedoch auch, der Masterplan für die Charité, der unter anderem den Bau des Bettenhochhaus vorsieht, sei ein ziemlicher Kraftakt für das Land.



