Islamisten

Berliner sollen an Anschlägen in Syrien beteiligt gewesen sein

Die beiden islamistischen Terror-Verdächtigen, die am Freitag bei einer Razzia in Berlin festgenommen werden konnten, sollen einem Medienbericht zufolge einen tödlichen Anschlag finanziert haben.

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Die zwei am vergangenen Freitag bei einer Razzia in Berlin festgenommenen mutmaßlichen Islamisten sind offenbar bereits für Anschläge in Syrien verantwortlich. Wie die „Bild am Sonntag“ berichtet, sollen Ismet D. und Emin F. im Jahr 2014 unter anderem an der Finanzierung eines Anschlags auf syrische Soldaten beteiligt gewesen sein. Dabei sei ein Lastwagen mit Stahlplatten verstärkt und in eine Kaserne manövriert worden.

Mit dem Panzer hätten die Islamisten mehrere Menschen getötet, schreibt die Zeitung weiter. Auf Bildmaterial, das der Berliner Generalstaatsanwaltschaft vorliege, posierten zudem Mitglieder der Berliner Terrorzelle mit Waffen und Fahnen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) vor dem gepanzerten Lastwagen.

Rund 250 Beamte der Berliner Polizei waren am Freitag mit einer Großrazzia gegen die Islamisten vorgegangen. Dabei wurden zwei Haftbefehle vollstreckt und elf Objekte durchsucht. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft erklärte dazu, die Beschuldigten würden verdächtigt, eine „schwere staatsgefährdende Gewalttat“ in Syrien vorbereitet zu haben.

Die beiden islamistischen Terror-Verdächtigen im Alter von 41 und 43 Jahren sitzen in Untersuchungshaft. Beide Männer verweigern bisher die Aussage. Ihnen wird laut Behördenangaben von Freitag zur Last gelegt, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat in Syrien vorbereitet zu haben. Ismet D. und Emin F. sollen nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft Kern einer Logistikzelle für terroristische Aktivitäten gewesen sein. Ihnen wird vorgeworfen, Kämpfer rekrutiert, fanatisiert und bei der Ausreise nach Syrien unterstützt zu haben.

Gehören dem gewaltbereiten salafistischen Spektrum an

Die bereits seit Monaten geführten Ermittlungen richteten sich den Angaben zufolge gegen fünf Verdächtige mit türkischem Pass im Alter von 31 bis 44 Jahren. Es lägen keine Anhaltspunkte vor, dass die Gruppe Anschläge in Deutschland geplant habe.

Zu den Verdächtigen gehören neben Ismet D. und Emin F. drei in Berlin lebende Türken. Sie blieben auf freiem Fuß. Bei ihnen wurde von einer geringen Tatbeteiligung ausgegangen. Es bestehe keine Fluchtgefahr, hieß es.

Die Beschuldigten sind laut Behörden zum Teil seit Jahren dem gewaltbereiten salafistischen Spektrum zuzurechnen und ließen eine ideologische Nähe zu Extremistenorganisationen wie dem IS sowie tschetschenischen Gruppierungen in Syrien erkennen.

Einer der Verdächtigen soll als selbst ernannter „Emir“ eine islamistische Extremistengruppe in Berlin anführen. Die Gruppe soll durch einen von ihm abgehaltenen „Islamunterricht“ radikalisiert und auf die Teilnahme am Dschihad gegen „Ungläubige“ in Syrien vorbereitet worden sein.