Nach Charlie Hebdo

Jüdische Gemeinde appelliert an Mitglieder - Geht nicht weg

Nach den Anschlägen von Paris hat die Jüdische Gemeinde zu Berlin ihre Mitglieder beruhigt. Juden in Berlin sollten keinen voreiligen Entscheidungen treffen, die Stadt zu verlassen.

Repräsentanten der Jüdischen Gemeinde zu Berlin haben ihre Mitglieder dazu aufgerufen, keine übereilten Entscheidungen zu treffen und aus Angst vor Terroranschlägen Deutschland zu verlassen. Denn viele Mitglieder seien, so berichtet der Verfasser des Appells Micha Gutmann, besorgt und stellen Überlegungen an, Berlin als Wohnort aufzugeben und nach Israel auszuwandern.

Das sei eine ganz neue Entwicklung für Berlin, ihre Ursache liege bei den Anschlägen in Frankreich: Nach dem Angriff auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo hatte ein weiterer Attentäter Kunden eines jüdischen Supermarktes erschossen.

In den vergangenen Jahren verlief die Wanderungsbewegung eher von Israel nach Berlin: Mindestens 20.000 Israelis leben mittlerweile an der Spree. Das Deutschlandbild ist bei fast 70 Prozent der israelischen Staatsbürger positiv, das ergab eine am Montag veröffentlichte Umfrage der Konrad Adenauer Stiftung.

Anders ist es in Frankreich: Von dort sollen im vergangenen Jahr 7000 Juden nach Israel emigriert sein, das berichten israelische Medien. Laut Prognose der jüdischen Agentur für Einwanderung sollen in diesem Jahr sogar 10.000 französische Juden nach Israel übersiedeln.