Prozess

18-jährige Tschechin in Berlin zur Prostitution gezwungen

Geschlagen, bedroht, mit Drogen willig gemacht: Zwei Zuhälter sind in Berlin angeklagt, eine 18-jährige Tschechin sexuell ausgebeutet zu haben.

Der Fall liegt schon dreieinhalb Jahre zurück: Im Herbst 2010 sollen Manfred L. und Alena K. eine damals 18-jährige Tschechin in Berlin zur Prostitution gezwungen haben. Der Fall wird am Montag im Kriminalgericht Moabit vor der Jugendkammer verhandelt.

Bereits im Sommer 2010 hätten die Angeklagten die junge Frau in Dresden an drei unbekannte Russen "verkauft", so die Anklage. Sie wurde gezwungen, ihren Verdienst als Prostituierte an die Angeklagten und die Russen abzugeben.

Bei unzureichenden Erlösen habe man sie geschlagen und in einem Fall sogar vergewaltigt. Außerdem sollen die Angeklagten ihr – um ihre "Leistungsfähigkeit" als Prostituierte zu steigern – die Droge Chrystal Meth verabreicht haben.

Das Opfer musste von Oktober 2010 an in Berlin als Prostituierte arbeiten. Dabei soll die Angeklagte Alena K. sie überwacht haben. Fluchtversuche der jungen Frau scheiterten mehrfach, weil Manfred L. und unbekannte Mittäter sie mit einem Messer oder Revolver bedroht und geschlagen hätten.

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