Modemesse

Die Bread & Butter ist insolvent und geht auf die Straße

Nach der Absage der Bread & Butter im Januar 2015 kommt nun der nächste Paukenschlag. Die Messe hat Insolvenz angemeldet - plant aber für Januar ein neues Event.

Foto: Amin Akhtar

Es ist ein schmerzhafter Schritt gewesen: Karl-Heinz Müller, Chef von Bread & Butter, hat Insolvenz für das Unternehmen, das die gleichnamige Modemesse organisierte, beantragt. Betroffen sind auch die 14-oz.-Geschäfte, der Betrieb läuft aber weiter. „Wenn das Geld nicht mehr reicht, musst du zum Amtsgericht gehen“, sagte Müller der Berliner Morgenpost.

Er hatte vergangene Woche die Bread & Butter für Januar endgültig abgesagt, weil sich nicht genügend Aussteller für die Veranstaltung im Flughafen Tempelhof fanden. Zudem stand die Messe für sogenannte Streetware, Jeans, Turnschuhe und Zeitgenössisches, im Sommer auf der Kippe. Ebenso waren die Pläne für eine Veranstaltung im Herbst in Seoul gefährdet. Die Bread & Butter war eine internationale Leitmesse und einst tragender Teil der Berliner Fashion Week im Januar und Juli.

Konkurrenz im Rahmen der Fashion Week

Der Vertrag für das ehemalige Flughafengebäude in Tempelhof und die daraus entstehenden Mietverpflichtungen in Millionenhöhe waren dann auch einer der Gründe, warum Müller Insolvenz beantragte. Besonders die lange Laufzeit bis 2019 belastete das Unternehmen zuletzt. Tempelhof sei extrem schwer zu bespielen, neben der Miete fielen auch hohe Ausgaben dafür an, die Räume für die Messe auszustatten, sagte Müller. Er nannte unter anderem die Heizung. Zudem sank die Zahl der an einer Messe dieser Größe interessierten Aussteller, unter anderem weil der Markt sich drastisch wandelt. Gleichzeitig machten andere Messen im Rahmen der Fashion Week der Bread & Butter Konkurrenz.

Aber Müller wäre nicht Müller, wenn er angesichts der Schwierigkeiten nicht bereits ein neues Projekt hätte. Der Bread-&-Butter-Chef spricht von einem Testballon, einer Idee, die in den vergangenen Tagen gereift sei. Seit der Absage der Bread & Butter seien viele Menschen auf ihn zugekommen und hätten gefragt, wie sie helfen könnten. Das Ergebnis ist zur Fashion Week Mitte Januar zu sehen – wenn alles gut läuft.

Mitte soll im Januar zum Laufsteg werden

Müller will mit der Bread & Butter auf die Straße, genauer auf eine Straße in Mitte, die zu einer Art Laufsteg werden soll. Gastronomien und Bekleidungsläden drumherum werden eingebunden. Es soll fünf Pavillons geben, Tische und Stühle auf der Straße. Derzeit sei er mit dem Bezirksamt Mitte im Gespräch, welche Straße, die sich vergleichsweise problemlos sperren lasse, geeignet sei, sagte Müller. Ungefähr 40 Marken hat er gewonnen, die sich auf das Experiment einlassen möchten.

Den Hinweis auf die eher niedrigen Temperaturen im Januar wischt er weg: „Silvester ist es auch kalt, trotzdem sind viele Menschen bei Partys draußen.“ Es sei aber klar, dass es „eine kleine Nummer“ werde. „Wir zeigen ein bisschen Flagge“, sagte Müller. Was nicht heißt, dass es nicht größer werden kann, wenn es gut funktioniert. Und dass er groß auch kann, hat Müller mehrere Jahre mit der Bread & Butter bewiesen.

Christian Graf Brockdorff, der vorläufige Insolvenzverwalter, unterstützt das Konzept, wie er in einer Pressemitteilung erklärte. Er analysiert in den kommenden drei Monaten, wie die Substanz des Unternehmens aussieht und wie es weitergehen wird. Betroffen sind 82 Mitarbeiter, 42 davon in den 14-oz.-Geschäften.

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