Immobilienmarkt

Weniger Umzüge - Die Berliner werden immer sesshafter

Die Baubranche rechnet insgesamt mit sinkenden Erlösen - mit einer Ausnahme: Der Boom beim Wohnungsbau in Berlin soll sich sogar noch verstärken. Dafür sind die Zuzüge verantwortlich.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Der Boom beim Wohnungsbau in Berlin wird sich nach Einschätzung der Bauunternehmen im nächsten Jahr noch verstärken. Baugenehmigungen und Auftragseingänge deuteten darauf hin. Der Verband der Bauindustrie Berlin-Brandenburg rechnet in diesem Segment mit einem Umsatzwachstum von 4,8 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro, weil wegen der niedrigen Zinsen Anleger ihr Geld verstärkt in Immobilien steckten.

Doch die Entwicklung wird offensichtlich durch den Zuzug in die Stadt befeuert. Die Berliner selbst ziehen immer seltener um. Das geht zumindest aus Daten des Verbandes Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen (BBU) hervor, der für die öffentlichen Gesellschaften und die Genossenschaften spricht. Demnach wechseln Mieter nur noch etwa alle 16 Jahre ihre Wohnung; 2003 kam dies noch alle elf Jahre vor.

Altmieter setzen sich in der Innenstadt fest

Besonders sesshaft sind Mieter in den begehrten - und bei Neuvermietung mittlerweile sehr teuren - Innenstadtlagen. Wie der Verband am Dienstag mitteilte, wechseln Mieter in Kreuzberg nur noch alle 22 Jahre ihre Wohnung – halb so oft wie vor zehn Jahren. Ähnlich ist es in Mitte und Friedrichshain. Am häufigsten ziehen Mieter im Stadtteil Tiergarten um – alle zwölf Jahre.

Boom nur bei Wohnungen

Der Bauboom bei den Wohnungen rettet die Bauindustrie vor größeren Einbrüchen. Denn insgesamt sind die Erwartungen dort gedämpft. Weil Privatwirtschaft und Staat deutlich weniger bauten, rechnet die Branche für dieses und das nächste Jahr mit sinkenden Erlösen. 2014 werden die Unternehmen demnach 1,2 Prozent schlechter abschließen als im Vorjahr. 2015 werde der Umsatz um weitere 0,9 Prozent auf dann 6,46 Milliarden Euro sinken.