Kommentar

Kein Eintritt für Weihnachtsmarkt - Eine gute Entscheidung

Das Verwaltungsgericht hat entschieden, dass der Veranstalter des Charlottenburger Weihnachtsmarkts kein Eintritt verlangen darf. Eine Entscheidung im Sinne der Besucher, meint Gilbert Schomaker.

Der Eintritt für den Charlottenburger Weihnachtsmarkt ist nun vom Tisch. Das Verwaltungsgericht hat entschieden, dass es sich bei dem Platz rein rechtlich um eine öffentliche Grünanlage handelt. Und die darf von jedem kostenfrei genutzt werden. Von Grün ist – bis auf vielleicht Tannengrün – dort zur Zeit wenig zu sehen. Aber rein rechtlich handelt es sich eben um eine solche für alle frei zugängliche Fläche.

Der Fehler des Veranstalters im Vorfeld war sicherlich der, die zuständigen Behörden von seinem Eintrittsvorhaben nicht zu informieren. Stadtrat Marc Schulte (SPD) erfuhr nach eigenem Bekunden aus den Medien vom Eintrittsgeld. Dass man sich damit nicht gerade Freunde auf den Ämtern schafft, hätte der Veranstalter erwarten müssen.

Auch das Argument, mit dem Eintritt von drei Euro am Sonnabend die Besuchermassen besser steuern zu können, greift nicht. Bei anderen Großveranstaltungen wird auch kein Extra-Salär genommen, wenn zu viele Menschen anwesend sind. Vielmehr – siehe Festmeile Brandenburger Tor – werden dann die Zugänge geschlossen. Denn die Veranstalter von Festen und auch Märkten sind für die Sicherheit zuständig.

Es bleibt der Eindruck, dass mit der Einführung des Eintritts beim Charlottenburger Weihnachtsmarkt noch einmal Kasse gemacht werden sollte. Dass nun das Gericht das Argument der Grünflächen heranzieht, ist letztlich im Sinne der Besucher. Wem es übrigens am Sonnabend in Charlottenburg zu voll ist, dem sei einer der anderen 80 Weihnachtsmärkte in Berlin empfohlen.