Bäderbetriebe

Neues Konzept für marode Berliner Bäder verzögert sich weiter

Seit rund einem Jahr wird um ein Konzept für die sanierungsbedürftigen Schwimmbäder in Berlin gerungen. Nun hat die Sportverwaltung erneut um eine Fristverlängerung gebeten.

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Das seit rund einem Jahr überfällige Konzept für die sanierungsbedürftigen Berliner Bäder verzögert sich weiter. Die Sportverwaltung hat den Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses in einem Schreiben um eine erneute Fristverlängerung bis Ende Februar 2015 gebeten.

In dem Papier des Sportstaatssekretärs Andreas Statzkowski heißt es, es seien noch Abstimmungen nötig. Die Parlamentarier nahmen die Bitte zur Kenntnis. Über die Verzögerung informierte am Donnerstag die sportpolitische Sprecherin der Grünen, Anja Schillhaneck.

Die Bäderbetriebe beziffern den Sanierungsbedarf ihrer Einrichtungen derzeit mit jährlich 40 Millionen Euro.

Im Frühjahr dieses Jahres hatte Bäderchef Ole Bested Hensen ein Konzept vorgelegt, das der Senat jedoch ablehnte. Es sah vor, alte und in der Unterhaltung teure Bäder zu schließen und dafür an sechs Standorten Kombi-Bäder zu bauen.

Unterhalt moderner Bäder deutlich preiswerter

Durch die Verbindung von Frei- und Hallenbad könne das Personal nach Hensens Angaben besser und bedarfsgerechter eingesetzt werden. Zudem sei der Unterhalt moderner Bäder deutlich preiswerter als der Betrieb der teilweise überalterten bestehenden Schwimmbäder. Doch das Land lehnte eine Bäderschließung ab. Seitdem liegt das Konzept auf Eis.

„Wir haben geliefert, alles andere liegt bei der Sportverwaltung“, sagte Bädersprecher Matthias Oloew der Berliner Morgenpost. Die Grünen kritisieren die neuerliche Verschiebung. „Ohne ein Konzept lässt sich der Sanierungsstau nicht abbauen und die Bäderbetriebe können sich nicht auf ihre Kernaufgabe konzentrieren: das Schul- und Vereinsschwimmen zu gewährleisten“, sagte Grünen-Politikerin Schillhaneck.

Die Sportverwaltung wollte sich am Donnerstag nicht äußern.