Neubesetzung

Der alte wird vorerst auch der neue Chef des Olympiastadions

Der frühere Geschäftsführer Peter von Löbbecke wird kommissarischer Chef der Olympiastadion GmbH. Er übernimmt den Posten von Joachim Thomas, der wegen staatsanwaltlicher Ermittlungen abberufen wurde.

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Peter von Löbbecke wird kommissarischer Chef der Olympiastadion GmbH. Das teilte Sportsenator Frank Henkel (CDU) am Donnerstag mit. Für die endgültige Neubesetzung soll parallel eine öffentliche Ausschreibung erfolgen. Peter von Löbbecke übernimmt das Geschäft von Joachim Thomas, den der Aufsichtsrat wegen staatsanwaltlicher Ermittlungen abberief.

Der 60-jährige Jurist Thomas steht im Verdacht, Fahrten mit seinem Dienstwagen, Tankbelege und Hotelquittungen nicht richtig verbucht zu haben. Zudem soll er Flüge in der Business- statt in der Economy-Klasse gebucht haben. Schon die Größe des Dienstwagens, ein 200 PS starker VW Touareg im Wert von fast 90.000 Euro, den ein Sponsor zur Verfügung gestellt haben soll, hat offenbar Unruhe im Aufsichtsrat ausgelöst.

Löbbecke war bereits zwischen 2004 und 2010 Geschäftsführer der Olympiastadion GmbH und schied dann aus Altersgründen aus. Ursprünglich sollte die zweite Geschäftsführerin der Berliner Messegesellschaft, Ingrid Maaß, den suspendierten Stadionmanager Thomas vorläufig ersetzen. Die Senatsverwaltung für Finanzen hatte die Diplom-Kauffrau neben zwei weiteren Kandidaten als Interimslösung für die vakante Führungsposition vorgeschlagen.

Von Löbbecke war Veranstaltungsleiter in der Westfalenhalle in Dortmund und arbeitete für die Expo 2000 in Hannover. Der 61-Jährige ist seit mehr als 40 Jahren im Veranstaltungsgeschäft. „Ich danke Herrn von Löbbecke für seine Bereitschaft, nach der Abberufung von Herrn Thomas als Geschäftsführer der Olympiastadion Berlin GmbH kurzfristig und übergangsweise bis zur Auswahl und Bestellung einer neuen Geschäftsführung die Gesellschaft verantwortlich zu leiten“, sagte Frank Henkel am Donnerstag. Der Vertrag für von Löbbecke ist bis Mitte des kommenden Jahres befristet, dann soll der Nachfolger feststehen.