Flussbad Berlin

Das Baden in der Spree wird mit Millionen vom Bund gefördert

Die Vision vom Baden in der Spree wird immer greifbarer: Das Projekt „Flussbad Berlin“ erhält 2,6 Millionen Euro aus Bundesmitteln. Mit dem Geld soll ein Spreebad an der Museumsinsel entstehen.

Foto: realU

Nach den Lottomitteln kommt nun der finanzielle Ritterschlag des Bundes: Das Spreebad an der Museumsinsel, für das der Verein Flussbad Berlin seit 2012 aktiv wirbt, erhält eine Förderung von 2,6 Millionen Euro aus dem neuen Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus. Die SPD-geführte Senatsverwaltung für Stadtentwicklung unterstützt den Plan für eine Biotoplandschaft an der Museumsinsel mit einem 750 Meter langen Schwimmbecken. Sie hatte die Förderung aus Bundesmitteln beantragt. „Endlich in der Spree baden zu können, dieser Traum vieler Berlinerinnen und Berliner wird nun wahr“, sagte der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Kai Wegner, der auch in der Jury für die Auswahl der Projekte im Bundesprogramm saß. Überzeugt hatte die Entscheider der ökologisch und sozial nachhaltige Ansatz der Idee, die die beiden Berliner Architekten Jan und Tim Edler entwarfen.

Geplant ist, den eineinhalb Kilometer langen stillgelegten Spreekanal in drei Abschnitte zu teilen. An eine renaturierte Sumpf- und Parklandschaft entlang des Märkischen Ufers und eine Filteranlage zwischen Schleusen- und Gertraudenbrücke soll sich auf Höhe von Schlossplatz und Bode-Museum das Schwimmbad anschließen. Den Zugang zum Wasser soll eine Freitreppe am Lustgarten ermöglichen, am gegenüberliegenden Ufer ist ein Steg vorgesehen.

Gesamtkosten noch unklar

Attraktiv wäre das Projekt nicht nur für den Freizeitwert der Berliner Innenstadt und als Touristen-Hotspot. Durch die Filterung könnte die wegen des Mischwassereinflusses beeinträchtigte Wasserqualität der Spree deutlich verbessert werden. Für das Flussbad hatten sich zahlreiche Unterstützer ausgesprochen, darunter Berlins Dombaumeisterin Charlotte Hopf.

Unklar ist derzeit noch – neben Eigentumsfragen und Belangen des Denkmalschutzes –, wie viel das Unterfangen kosten und woher das Geld kommen soll. Eine Finanzplanung soll es zum Jahreswechsel geben. Tim Edler hofft auf ein breites Engagement der Berliner Bevölkerung, ähnlich wie beim Stadtschloss. Nach Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie in Höhe von 110.000 Euro im Juli ist mit der Bundesförderung nun ein weiterer finanzieller Baustein gesichert.

„Die Entwicklung des Flussbades soll ein gemeinschaftliches Projekt aller Berlinerinnen und Berliner werden“, sagte auch der Fraktionsvorsitzende der CDU im Abgeordnetenhaus, Florian Graf.