Humboldt-Forum

Berlin wollte aus dem Stadtschloss-Projekt aussteigen

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit bestätigt ein Ausstiegsszenario: Danach will das Land auf seine Flächen im Stadtschloss verzichten - wird sie aber nicht los.

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat erstmals Überlegungen bestätigt, wonach sich das Land aus dem Mammutprojekt zur Rekonstruktion des Stadtschlosses zurückziehen könnte. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz habe als Hauptnutzer des künftigen Humboldt-Forums Interesse, mehr Fläche zu bekommen, sagte Wowereit am Montag im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses.

Berlin habe deshalb nicht ausgeschlossen, auf die Präsentation der Landesbibliothek in dem Gebäude zu verzichten. „Es hat aber kein Angebot des Bundes gegeben, unsere Flächen zu übernehmen“, so Wowereit. „Insofern gehen wir davon aus, dass wir die Flächen nutzen werden und dann ausgestalten.“

27 Millionen Euro bereits geflossen

Das wiederaufgebaute Schloss soll unter dem Namen Humboldtforum ein Kunst- und Kommunikationszentrum werden. Berlin wollte sich für eine Dependance seiner Zentral- und Landesbibliothek mit 32 Millionen an den Baukosten von insgesamt 590 Millionen Euro beteiligen, 27 Millionen sind schon geflossen, wie Manfred Rettig, Chef der Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum, der Berliner Morgenpost bestätigte. Bisher habe sich das Land Berlin „komplett vertragstreu“ verhalten.

Schon vor Monaten liefen hinter den Kulissen Gespräche über einen möglichen Ausstieg. Allerdings erwartete das Land dafür bis zu 83 Millionen Euro vom Bund. Neben dem vereinbarten Baukostenzuschuss von 32 Millionen wären das weitere 51 Millionen Euro für das Grundstück, das bisher vom Land kostenlos zur Verfügung gestellt wird.