Prozess

Berliner muss wegen Missbrauchs fast acht Jahre ins Gefängnis

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Eine Elfjährige riss er auf ihrem Schulweg vom Fahrrad und missbrauchte sie, eine Achtjährige zitterte auf der Schultoilette vor ihm. Nun muss der 29-Jährige lange ins Gefängnis.

Nach Übergriffen auf zwei Mädchen muss ein 29-Jähriger für sieben Jahre und zehn Monate hinter Gitter. Der Angeklagte sei des sexuellen Missbrauchs, der sexuellen Nötigung sowie des versuchten Kindesmissbrauchs schuldig, urteilte das Berliner Landgericht am Mittwoch. Eine Elfjährige habe er auf ihrem Schulweg im brandenburgischen Hohen Neuendorf vom Fahrrad gezerrt und sich an dem Kind vergangen. Neun Monate später sei ihm im März 2012 auf einer Schultoilette in Berlin-Frohnau ein achtjähriges Mädchen knapp entkommen.

Der Angeklagte habe „ganz massiv in das Leben der Opfer eingegriffen, die psychischen Folgen sind erheblich“, sagte der Vorsitzende Richter. Darüber hinaus seien Eltern und Kinder verunsichert worden. Mit dem ersten Übergriff habe er eine Tat begangen, die „die Schreckvorstellung aller Eltern“ ist, deren Kinder den Schulweg allein bewältigen. Das Vertrauen in das Sicherheitsgefühl sei erschüttert worden. „Eine deutliche Strafe ist geboten“, hieß es im Urteil.

„Sexuelle Ideen wegen großer Mengen Kokain“

Es war 7.15 Uhr, als er am 7. Juni 2011 die Elfjährige an einer Ampel sah. Weil er „große Mengen Kokain genommen und nächtelang nicht geschlafen hatte“, seien ihm sexuelle Ideen gekommen, hatte der Angeklagte zu Prozessbeginn vor sechs Wochen gestanden. Er habe das Kind eine Böschung hinauf in einen Wald gezogen und missbraucht.

Der 29-Jährige gab auch zu, dass er am 7. März 2012 in eine Schule geschlichen war. „Ich wollte mir aber nur Geld beschaffen“, sagte er. Das Gericht war jedoch davon überzeugt, dass er „gezielt die Mädchentoilette aufgesucht hat und sexuelle Handlungen an einem Kind vornehmen wollte“. Er sei der achtjährigen Schülerin in eine Kabine gefolgt und habe sie gepackt. Weil eine Freundin des Mädchens kam, sei der Angeklagte geflohen.

Der 29-Jährige war nach dreijähriger Fahndung im vergangenen Juli gefasst worden. DNA-Spuren überführten ihn. Das Gericht befand, dass er wegen seiner Drogensucht vermindert schuldfähig war. In das Urteil wurden mehrere Vorstrafen des Angeklagten zumeist wegen Diebstahls einbezogen. Der Staatsanwalt hatte auf insgesamt sechs Jahre und zehn Monate Haft plädiert.

( dpa/bee )