Dresdner Bahn

Bürgerinitiative wartet auf Kostenplan für Tunnel

Die Kostenplanung für eine Tunnellösung der Dresdner Bahn in Lichtenrade liegt noch nicht vor. Im Umfeld des Bundes geht man davon aus, dass die Expertise bis zum Jahresende vorliegt.

Die Kostenplanung für eine Tunnellösung der Dresdner Bahn in Lichtenrade liegt noch nicht vor. Das hat ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums der Berliner Morgenpost bestätigt. Die Deutsche Bahn war im Juli vom Ministerium beauftragt worden, eine solche Kostenplanung zu erstellen. Die Staatssekretäre aus dem Bundesverkehrsministerium, Michael Odenwald (CDU), und der Senatsverkehrsverwaltung, Christian Gaebler (SPD), hatten dies bei einem Treffen im Juni verabredet. Nach Morgenpost-Informationen wollen Bund und Berlin das Gutachten je zur Hälfte bezahlen. Das verlautete seinerzeit aus Regierungskreisen, offiziell wird über die Treffen der Staatssekretäre nicht informiert.

Im Umfeld des Bundes geht man davon aus, dass die Expertise bis zum Jahresende vorliegt, allerdings sei der Bahn „auch kein zeitlicher Druck gemacht worden“, hieß es am Sonntag. Die Bahn selbst wollte sich zum dem Thema nicht äußern und verwies auf das Ministerium. Bei der Bürgerinitiative (BI) Dresdner Bahn, die seit vielen Jahren für eine Tunnellösung kämpft, befürchtet man nun, dass es erst im kommenden Jahr weitere Gespräche über die Trassenführung geben kann. In Briefen an Odenwald, Gaebler und Bahnchef Rüdiger Grube bekräftigte die BI, dass sie auf eine „zukunftsweisende Lösung“ hofft und erwartet, „dass die Deutsche Bahn bei ihren Kostenberechnungen ein realistisches Bild zeichnet“.

Bislang ist geplant, dass beim Ausbau der Dresdner Bahn die Fernzüge nach Dresden und Prag sowie der Shuttle zum Flughafen BER ebenerdig durch Lichtenrade rollen. Die Mehrkosten für einen Tunnel wurden nie genau beziffert. Experten der Bahn gaben vor mehreren Jahren die grobe Schätzung ab, ein Tunnel könne bis zu 100 Millionen Euro teurer als die ebenerdige Variante werden. Die Bürgerinitiative geht von einer wesentlich geringeren Summe aus.