Immobilienreport

Mieten in Neukölln legen um rund 55 Prozent zu

Laut einer neuen Studie gab es in den vergangenen fünf Jahren in innerstädtischen Bezirken eine regelrechte Preisexplosion. Spitzenreiter dieser Entwicklung sind Neukölln, Kreuzberg und Treptow.

Neuvertragsmieten sind in Berlin in den vergangenen Jahren um durchschnittlich 30,8 Prozent gestiegen. Das zeigt der „Immobilienreport 2014“ des Portals ImmobilienScout24, für den über eine Million Immobilienangebote ausgewertet wurden, die in den letzten zwölf Monaten auf dem Portal angeboten wurden. Deutschlandweit betrug der Anstieg demnach nur rund 15 Prozent.

Der Report prognostiziert für das kommenden Jahr einen weiteren rund fünfprozentigen Anstieg der Neuvertragsmieten in der Hauptstadt. „Berlin ist für viele Menschen aus dem In- und Ausland hochattraktiv. Dem starken Zuzug steht ein stagnierendes Angebot an Mietobjekten gegenüber. Das führt zu enormen Preisdruck“, erklärt ImmobilienScout-Analyst Michael Kiefer.

Weniger Mietwachstum wird hingegen für andere Metropolen wie etwa Hamburg oder Köln prognostiziert. Nach den vorliegenden Daten ist an der Alster und am Rhein nur mit einem Anstieg von 1,5 Prozent bzw. 1,62 Prozent zu rechnen. Ursächlich hierfür seien das bereits vergleichsweise hohe Preisniveau sowie das geringere Bevölkerungswachstum in beiden Metropolen, was nur wenig Spielraum für weitere Erhöhungen lasse, so Kiefer weiter.

Der stärkste Mietanstieg von 2009 bis 2014 in Großstädten (über 100.000 Einwohner)

Wolfsburg

40,7 Prozent (8,20 Euro pro m²)

Berlin

30,8 Prozent (7,70 Euro pro m²)

Ingolstadt

28,9 Prozent (8,77 Euro pro m²)

Kassel

28,8 Prozent (6,72 Euro pro m²)

Göttingen

27,7 Prozent (7,17 Euro pro m²)

Große Preisspanne: Berliner Mieten reichen von 5,25 bis 11 Euro

Wer derzeit in die Hauptstadt zieht, muss bei Abschluss eines Neuvertrags zwischen 5,25 Euro bis 11 Euro pro Quadratmeter zahlen, heißt es weiter. Spitzenreiter sei demnach der Bezirk Grunewald mit 11 Euro pro Quadratmeter. Am günstigen gäbe es derzeit Mietwohnungen in Wartenberg (5,25 Euro) im Nordosten der Stadt.

Bei der Entwicklung der Mieten zeichne sich jedoch ein anderes Bild. Es seien vor allem die innerstädtischen Bezirke, in denen die Mieten steigen. Spitzenreiter ist Neukölln. In dem ehemaligen Arbeiterbezirk hätten demnach die Mieten in den letzten fünf Jahren um 54,5 Prozent zugelegt. Aber auch in Kreuzberg (44 Prozent), Treptow (44 Prozent) und Friedrichshain (42,2 Prozent) seien die Angebotsmieten überdurchschnittlich stark angestiegen.

Der stärkste Mietanstieg von 2009 bis 2014 in Berliner Bezirken

Neukölln

54,4 Prozent (8,21 Euro pro m²)

Kreuzberg

44 Prozent (9,04 Euro pro m²)

Treptow

44 Prozent (8,41 Euro pro m²)

Friedrichshain

42,2 Prozent (9,10 Euro pro m²)

Wedding

41,4 Prozent (7,31 Euro pro m²)