Studie

In Berlin wurden im vergangenen Jahr 6659 Fahrzeuge gestohlen

Berlin bleibt eine Hochburg der Autodiebe. Im vergangenen Jahr wurden in der Stadt 6659 Fahrzeuge geklaut, 809 mehr als im Jahr zuvor. Keine andere deutsche Stadt kommt auf eine derart hohe Zahl.

Berlin bleibt eine Hochburg der Autodiebe. Im vergangenen Jahr wurden in der Stadt 6659 Fahrzeuge geklaut, 809 mehr als im Jahr zuvor. Keine andere deutsche Stadt kommt auf eine derart hohe Zahl.

Legt man allerdings das Verhältnis zwischen der Anzahl der in einer Stadt registrierten Fahrzeuge und der Zahl der Diebstähle zugrunde, muss sich Berlin im deutschlandweiten Städtevergleich mit dem dritten Rang begnügen.

Die Hauptstadt kommt auf 534 Taten je 100.000 Fahrzeuge. Klarer Spitzenreiter ist Frankfurt (Oder) mit 907 Diebstählen je 100.000 Fahrzeugen.

Das geht aus einer Studie des Internet-Verbraucherportals preisvergleich.de hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Deutschlandweit wechselten im vergangenen Jahr 37.427 Autos auf kriminelle Weise den Besitzer. 60 Prozent aller Delikte wurden in den östlichen Bundesländern verübt. Hinter Spitzenreiter Frankfurt (Oder), Görlitz und Berlin folgen auf den weiteren Plätzen Potsdam und Dresden.

Mit Aachen liegt die erste westdeutsche Stadt auf Rang sechs. Wie in vielen Kriminalitätsbereichen gibt es auch beim Autodiebstahl ein starkes Nord-Süd-Gefälle. Im Norden und Osten der Republik liegt die Zahl der Diebstähle hoch, im Süden und Südwesten ist sie weitaus geringer.

Grenznahe Städte begehrtes Zielgebiet für Autodiebe

Grenznahe Städte und solche mit Autobahnanschlüssen zum Abtransport des Diebesgutes seien ein besonders begehrtes Zielgebiet der Autodiebe, heißt in der Studie. Frankfurt (Oder) und Görlitz erfreuen sich größter Beliebtheit, weil die Täter innerhalb weniger Minuten mit ihrer Beute über die Grenze zu Polen entschwinden.

Aber auch von Berlin aus ist die Grenze in weniger als einer Stunde erreichbar, für die Ermittlungsbehörden bleibt kaum Zeit für eine erfolgreiche Fahndung. Trübe sieht daher auch die Aufklärungsquote der Hauptstadt bei Autodiebstählen aus, sie liegt bei gerade einmal neun Prozent. Berlin befindet sich damit allerdings in besser Gesellschaft, in anderen Metropolen wie Hamburg, Düsseldorf oder Frankfurt sind die Aufklärungsquoten ähnlich bescheiden.

Hinsichtlich der Täter haben die Initiatoren der Studie ermittelt, dass knapp 40 Prozent der Autodiebe nichtdeutscher Herkunft sind. Unter ihnen stellen die Polen mit 33 Prozent die mit Abstand größte Gruppe, es folgen Türken mit elf, Litauer mit zehn und Rumänen mit sechs Prozent. Bei 70 Prozent aller ermittelten und überführten Tätern stellte die Polizei fest, dass sie bereits einschlägig vorbelastet sind. Besonders hoch ist der Anteil nichtdeutscher Täter im Osten Deutschlands. In Frankfurt (Oder) liegt der Anteil bei stolzen 91 Prozent, Görlitz, Rostock, Neubrandenburg und Dresden sind es deutlich mehr als 80 Prozent.

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