Grundstücke

Wo günstige Wohnungen in Berlin entstehen sollen

Der Berliner Senat überlässt städtischen Wohnungsbaugesellschaften 27 Flächen - nahezu über das ganze Stadtgebiet verteilt. Dort sollen mehrere Tausend Menschen preisgünstig ein Zuhause finden.

– Der Senat forciert den Bau preiswerter Wohnungen. In ihrer Sitzung am heutigen Dienstag will die Landesregierung beschließen, fünf städtischen Wohnungsbaugesellschaften 27 landeseigene Grundstücke kostenlos zu übertragen. Das hat die Berliner Morgenpost aus Senatskreisen erfahren. Demnach sollen auf diesen Grundstücken mindestens 1500 Wohnungen „zu sozialverträglichen Mieten“ errichtet werden, ein Fünftel davon zu Quadratmeterpreisen von 6,50 Euro Nettokaltmiete pro Monat. Die Grundstücke sind nahezu über das gesamte Stadtgebiet verteilt, lediglich Reinickendorf, Friedrichshain-Kreuzberg und Marzahn-Hellersdorf fehlen in der Liste.

Die Grundstücke werden aus dem Treuhandvermögen des Liegenschaftsfonds herausgelöst und den Wohnungsbaugesellschaften überlassen. Der geschätzte Verkehrswert beläuft sich dem Vernehmen nach auf insgesamt 23,7 Millionen Euro, bei einer Veräußerung zum Höchstgebot wäre vermutlich mindestens das Doppelte zu erzielen. Die Areale sind unterschiedlich groß, reichen von jeweils knapp 600 Quadratmetern Grundfläche an der Pohl- und der Kurfürstenstraße in Tiergarten (Mitte) bis zu 15.200 Quadratmetern in Altglienicke (Treptow-Köpenick) und 19.000 Quadratmetern in Buckow (Neukölln). Weitere große Flächen von 4000 bis 8500 Quadratmetern erhalten die Gesellschaften in Charlottenburg, Niederschönhausen und Rosenthal (beide Pankow), Haselhorst (Spandau), Lichterfelde (Steglitz-Zehlendorf), Altglienicke und Köpenick.

Bereits zehn Grundstücke im vergangenen Jahr

Die Grundstücke seien in Gesprächen zwischen dem Liegenschaftsfonds, den Wohnungsbaugesellschaften und den Senatsverwaltungen für Finanzen und Stadtentwicklung ausgewählt worden, hieß es. Bevor die Transaktion wirksam wird, muss noch der Vermögensausschuss des Abgeordnetenhauses zustimmen, außerdem müssen Projektverträge mit den fünf Gesellschaften abgeschlossen werden.

Bereits vor einem Jahr hatten die städtischen Wohnungsbaugesellschaften zehn Grundstücke in Steglitz-Zehlendorf, Pankow, Lichtenberg, Treptow-Köpenick und Mitte vom Liegenschaftsfonds bekommen. Dessen Aufsichtsbehörde ist die von Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD) geführte Senatsfinanzverwaltung. Die Übertragung ist ein wichtiger Baustein der neuen Liegenschaftspolitik des Senats. Es geht nicht mehr darum, möglichst hohe Erlöse beim Verkauf von Grundstücken des Landes Berlin zu erzielen. Stattdessen sollen die langfristigen Interessen der Stadtentwicklung berücksichtigt werden. So werden Reserveflächen genutzt, um Kitas, Grünanlagen, Flüchtlingsunterkünfte und Schulen errichten zu können oder um den Bau preisgünstiger Wohnungen voranzubringen.