Gefährlicher Verkehr

Zahl der Verkehrstoten in Berlin deutlich gestiegen

Bis Ende Juli starben in Berlin 28 Menschen bei Verkehrsunfällen, vier mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der Unfälle ist gestiegen. Von Januar bis Juli waren es 75.898, so das Statistische Landesamt.

Foto: Steffen Pletl

Berlins Straßen werden gefährlicher. Wie ein Sprecher der Polizei am Donnerstag mitteilte, liegt die Zahl der Verkehrstoten in diesem Jahr bereits bei 37. Das sind genauso viele wie im gesamten Jahr 2013. „Drei Personen starben als Fahrer oder Beifahrer im Fahrzeug, neun Radfahrer und neun Motorradfahrer beziehungsweise Kradfahrer sind bei Unfällen gestorben“, sagte der Polizeisprecher. „Zwölf Fußgänger sind bei Unfällen ums Leben gekommen, Kinder sind glücklicherweise in diesem Jahr noch nicht ums Leben gekommen.“ Vier Menschen sind nach Angaben der Polizei an den Spätfolgen von Unfällen verstorben.

2013 war die Zahl der Verkehrstoten in Berlin allerdings sehr niedrig: 2012 wurden noch 42 Opfer von Verkehrsunfällen registriert, 2011 waren es 54. Vor zehn Jahren, 2004 wurden 71 Verkehrstote gezählt.

Wie das Statistische Landesamt Berlin-Brandenburg am Donnerstag bekannt gab, nahm in diesem Jahr auch die Zahl der Straßenverkehrsunfälle zugenommen. Von Januar an bis Ende Juli wurden 75.898 Unfälle erfasst. Das bedeutet eine Zunahme von fünf Prozent gegenüber den ersten sieben Monaten des Vorjahres. Nach Angaben des Statistikamtes wurden von Januar bis Juli 2013 noch 72.289 Unfälle gezählt. Die Zahl der Verletzten stieg von 8914 um 10,1 Prozent auf 9818. Allein im Juli kamen 1754 Menschen bei Unfällen auf Berlins Straßen zu Schaden, im vergangenen Jahr waren es 1735. Eine Erklärung für die gestiegenen Unfallzahlen hat man bei den zuständigen Stellen in Berlin nicht. „Die Straßen haben sich nicht geändert, die Ampeln auch nicht“, sagte ein Polizeisprecher lapidar. „Mal passieren mehr Unfälle bei Regen, mal sind es besonders sonnige Tage, an denen mehr Unfälle passieren.“

Ein schöner Frühling sorgt für mehr Unfälle mit Rad- und Motorradfahrern

Wenn es im Frühjahr besonders früh warm werde, gebe es zu Beginn der Saison jedoch mehr Unfälle mit Radfahrern und Motorradfahrern, sagte er. Auch aus der zuständigen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hieß es, es seien zahlreiche Ursachen für die Verkehrsunfälle verantwortlich. Wichtig sei die gegenseitige Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer untereinander, mahnte die Behörde. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Stefan Gelbhaar, forderte, vor allem Fußgänger und Radfahrer besser zu schützen, da sie überproportional betroffen seien. „Die Kampagne für mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr des Senats hat meiner Ansicht nach nicht gefruchtet“, so Gelbhaar. „Vor einem Jahr gab es einen Aufruf an Berliner, besonders unsichere Orte für zu nennen. 20 Stellen sollten entschärft werden, davon ist bisher jedoch nichts realisiert worden.“

Der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Ole Kreins, sagte, im langjährigen Verlauf würden positive Entwicklungen deutlich. Ungeachtet dessen werde aber an Verbesserungen der Gefährdungslage gearbeitet. „Bauliche Änderungen wie bessere Ampelschaltzeiten, optimierte Fußgängerüberwege und mehr Radfahrstreifen sind Beispiele dafür.“