Bahnindustrie

Die Messe Innotrans in Berlin zeigt bahnbrechende Ideen

Für vier Tage trifft sich die Welt der Bahnindustrie auf dem Messegelände in Berlin. Es geht um die Zukunft des Verkehrs. Am Wochenende können sich alle Bahn-Fans die Innovationen anschauen.

Foto: Rainer Jensen / dpa

Es ist die zehnte Auflage der führenden Bahnmesse weltweit: An diesem Dienstag eröffnet die Innotrans auf dem Berliner Messegelände die Tore – zunächst für Fachbesucher aus aller Welt. Verschiedene Hersteller zeigen unter anderem 145 Fahrzeuge auf rund 3500 Metern Gleis. Bombardier Transportation etwa stellt seinen neuen Monorail-Zug für die saudische Hauptstadt Riad auf eine Betonschiene, Siemens gewährt einen Blick auf die Züge für die neue Londoner U-Bahn Thameslink, der italienische Anbieter AnsaldoBreda zeigt einen Hochgeschwindigkeitszug.

Insgesamt 2758 Aussteller aus 55 Ländern sind auf der Messe vertreten, die die Messe Berlin alle zwei Jahre ausrichtet – ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zu 2012. Christian Göke, Chef der Messe Berlin, sagte: „Die Innotrans ist ein echtes Phänomen.“ Sie sei seit dem Start 1996 immer gewachsen. Mehr als 100.000 Fachbesucher werden zur Eröffnung an diesem Dienstag erwartet. Die Stimmung unter den Ausstellern ist gut. Die Branche rechnet damit, dass der Weltmarkt bis 2019 jährlich um 2,7 Prozent wachsen wird. Die größten Chancen sieht der Verband der Europäischen Eisenbahnindustrie vor allem in Lateinamerika, Asien und Nordamerika.

Wer sich nicht so sehr für einen der Workshops, für Tunnelkonstruktion oder die Feinheiten moderner Signaltechnik interessiert, kann Sonnabend und Sonntag auf dem Freigelände Züge gucken kommen – für deutlich weniger Geld als eine Fachbesucherkarte kostet.

Zur Schienenverkehrstechnik gehören in Berlin und Brandenburg nach einer Untersuchung der IHK mehr als 100 Unternehmen mit insgesamt 20.400 Arbeitsplätzen. Die größten sind Bombardier Transportation, Stadler und Siemens. Und dann ist da natürlich noch die Deutsche Bahn, einer der größten Abnehmer für Bahntechnik und Züge weltweit.

Bombardier

Bombardier Transportation mit Sitz in Berlin ist der größte Bahnkonzern der Welt. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen weltweit 38.000 Mitarbeiter. In der Berliner Zentrale arbeiten rund 500 Beschäftigte, im Werk Hennigsdorf gut 3000. Die Berliner entwarfen unter anderem den Hochgeschwindigkeitszug Zefiro für China und bauten die Hamburger S-Bahn. Bombardier Transportation setzte 2013 rund 8,8 Milliarden Dollar (6,9 Milliarden Euro) um und gehört zum kanadischen Bombardier-Konzern, der auch Flugzeuge herstellt.

Stadler

Stadler Pankow beschäftigt an vier Standorten in Berlin und Velten insgesamt rund 1200 Mitarbeiter. Das Unternehmen gehört zur Stadler Rail Group aus der Schweiz. In diesem Jahr setzt die gesamte Gruppe rund 1,8 Milliarden Franken (1,5 Milliarden Euro) um. Stadler Pankow verkauft Stadtbahnen weltweit und Nahverkehrszüge in Deutschland. Das Unternehmen wird unter anderem die neue Berliner U-Bahn bauen und hat die neuen Züge für die Regionalbahnstrecken RE2 und RE4 geliefert.

Siemens

Der Konzern baut unter anderem Hochgeschwindigkeitszüge wie den ICE für die Deutsche Bahn, Nahverkehrszüge wie die neue Münchener U-Bahn und die Metro in Kuala Lumpur. Außerdem liefert Siemens Oberleitungstechnik sowie Signaltechnik und Software, mit der sich der Bahnbetrieb steuern lässt. Die Signaltechnik und das Zuggeschäft werden von Berlin aus gesteuert. Rund um die Bahntechnik beschäftigt der Konzern rund 1000 Mitarbeiter in der Hauptstadt.

Deutsche Bahn

Der Konzern ist einer der größten Anbieter für Personen- und Gütertransport weltweit und damit auch einer der größten Einkäufer. Er ist in 130 Ländern tätig. Die Deutsche Bahn lässt in Deutschland den ICE fahren, betreibt unter anderem Güterzüge zwischen Hamburg und dem chinesischen Zhengzhou, einen Teil der Londoner Busse und Nahverkehrszüge in Südschweden.

Das Freigelände der Innotrans ist am Sonnabend, den 27., und Sonntag, den 28. September, für alle Interessierten zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet. Zu den Zügen geht es durch den Eingang Süd. Der Eintritt kostet 2,50 Euro. Kinder bis 14 Jahre zahlen nichts.