Music Week

Und im nächsten Jahr dann zur Musikmesse ins Berghain

Neuer Name, neuer Ort: Die „Berlin Music Week“ heißt künftig „Pop=Kultur“ und findet 2015 im Techno-Klub Berghain in Friedrichshain statt. Damit sind noch mehr Veränderungen verbunden.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Die Berliner Musikmesse hat sich für das kommende Jahr einen neuen Standort gesichert. Vom 9. bis 11. September 2015 wird sie im Berghain in Friedrichshain stattfinden. Und auch der Name wird ein anderer sein: Nicht mehr „Berlin Music Week“ heißt die Veranstaltung, sondern „Pop=Kultur“.

Senatskanzleichef Björn Böhning (SPD) sagte auf einer Pressekonferenz, dass man mit dem „neuen Partner Berghain das Herz der Klubkultur“ gewonnen hätte. Verantworten wird Pop=Kultur künftig das Music Board, das 2012 an den Start ging und dessen Funktion es ist, der zentrale Ansprechpartner der Stadt für Klubs, Labels und Musiker zu sein.

An sieben Orten innerhalb des Berghains – von der Halle über die Panorama Bar bis zur Kantine – wird das Festival im kommenden Jahr stattfinden. Teuer wird das nicht, die Miete beträgt dem Vernehmen nach 3000 Euro pro Tag. Katja Lucker, die Chefin des Musicboards, betonte, dass der „Mythos“ des Berghains erhalten bleibe, auch das Film- und Fotografieverbot gelte in der Halle wie gehabt.

Für die Musikmesse in Berlin, die in den vergangenen 30 Jahren unter verschiedenen Namen mit großen Hoffnungen und kleinen Erfolgen immer wieder von vorn begann, bedeutet der neue Veranstaltungsort ein komplettveränderter Ansatz. Versuchten die Macher der Berlin Music Week noch das Musikgeschehen der Stadt abzubilden – dezentral, zerrissen, kleinteilig –, fährt das Musicboard und damit auch der Senat eine neue Politik: „Das Beliebige“ an der Berlin Music Week störte Böhning, die Grenzen zwischen den großen Plattenkonzernen und Subkultur müssten verschwinden. So setzt Böhning für das kommende Jahr auf eine stärkere Kooperation mit dem Musiklabel Universal.

Auf jeden Fall eine größere Stabilität

In diesem Jahr fand die Berlin Music noch am Postbahnhof und an einigen, naheliegenden Klubs in Kreuzberg und Friedrichshain statt. Björn Böhning dankte dem Team der Music Week für die „sehr erfolgreiche Woche“. Was er nicht sagte: Mit der Gründung des Musicboards war absehbar, dass es nach der Verantwortung für die Musikmesse strebt. Da hätte der bisherige Chef Björn Döring und die Kulturprojekte GmbH machen können, was sie wollen.

Mit dem Berghain Am Wriezener Bahnhof gewinnt die Musikmesse auf jeden Fall eine größere Stabilität, hat sich doch der Klub innerhalb von lediglich einem Jahrzehnt zu einem Wahrzeichen der Stadt entwickelt. Das Berghain hat sich, trotz unvermindert willkürlicher Türpolitik, deutlich verändert. So finden seit einigen Jahren außergewöhnlich gut ausgewählte Konzerte statt. Auch die Staatsoper gastierte in den heiligen Hallen und in der Panoramabar gibt es regelmäßig Lesungen. Kuratiert wird das Programm von „Pop=Kultur“ von Christian Morin, Musikdramaturg an der Volksbühne, sowie von Martin Hossbach, der sich um das Musikprogramm des „Foreign-Affairs“-Festivals kümmert.