Pop-Festival

Sound und Ordnungsamt machen der Music Week Probleme

Der Berliner Kneipenchor singt lieber an der Spree als auf der Oberbaumbrücke. Und das war es dann auch schon fast mit den Umsonst-Angeboten: Nicht alles läuft rund bei dem Musikfestival „First We Take Berlin“.

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Die Sonne steht tief über der Spree und auf der Bühne gegenüber der O2 World spielt bald die letzte Band. Rechtzeitig zum Ende des ersten Teils der Berliner Music Week, dem „First We Take The Streets Festival“, ist das Ordnungsamt auf die Geschehnisse an den offiziell ausgewiesenen Straßenmusikspots in Friedrichshain aufmerksam geworden. Auskunft und Genehmigungen werden verlangt. Eigentlich hätte der Berliner Kneipenchor an der Oberbaumbrücke Aufstellung nehmen sollen – und singt dann doch lieber unten an der Spree. Das Ordnungsamt lässt den Chor gewähren.

Das war es dann fast mit den Umsonst-Veranstaltungen im Rahmen der Berlin Music Week. Für alles, was abends auf dem „First We Take Berlin“-Festival geboten wird, muss man Eintritt zahlen. Diejenigen ohne Bändchen sitzen auf den Liegestühlen an der Spreebühne und trinken ein letztes Bier, solche mit Bändchen gucken ins Programm. Wer ein Fahrrad hat, könnte mehrere Knotenpunkte ansteuern. Eine Tour de Force vom Astra Kulturhaus an der Revaler Straße zur Kantine ins Berghain, ins Lido und zurück nach Friedrichshain. Könnte man machen, muss man aber nicht. Am Ende fällt die Entscheidung für das Astra Kulturhaus in Friedrichshain.

Adam Bainbridge ist schlecht drauf

Den Anfang hier machen die Oracles. In Band-Verzeichnissen steht die Band immer am Schluss, weil ihr Name nicht mit O sondern mit einem Omega anfängt. Sie sehen ein bisschen aus wie Abiturienten, einer von ihnen spielt im perfekt zugeknöpft und faltenfrei gebügeltem Hemd. Oracles klingen ein bisschen nach Tame Impala, machen durchgeknallten Psychedelic-Rock, spielen sich durch Shoegaze und Disco und jammern zwischendurch, dass sie am Ende gar nicht alle geplanten Songs spielen können. Schade, die Soundexplosion hätte man sich länger anhören können.

Die gut gelaunten Berliner Mikroboy spielen im Anschluss, geben astreinen Indie mit deutschen Texten. Kindness-Sänger Adam Bainbridge dagegen ist schlecht drauf. Soundprobleme – gängig auf einem Showcase-Festival mit enger Taktung. Dabei war der Sound nach dem ersten Song eigentlich in Ordnung. Vielleicht liegt es an der Uhrzeit. Bainbridge hat eine Zeit lang in Friedrichshain gelebt und weiß: „Berliner Wochenenden fangen spät an.“ Jetzt ist es noch vor Mitternacht, kann ja nichts werden so.