Verlängerung U5

Baupanne - Erde und Wasser brechen in Tunnel der U5 ein

Neue Probleme auf der U5-Baustelle in Mitte: Tonnenweise Sand und Wasser sind bei Bauarbeiten in den U-Bahntunnel eingedrungen. Der Boulevard Unter den Linden musste gesperrt werden.

Foto: Massimo Rodari

Wieder einmal sorgt die Verlängerung der U-Bahn-Linie 5, der sogenannten Kanzler-U-Bahn, für Probleme. Am Sonntagvormittag kam es in Mitte zu Verkehrsbehinderungen auf der Straße Unter den Linden. Laut Polizei musste gegen 9.30 Uhr die Fahrbahn Richtung Brandenburger Tor zwischen Schadow- und Wilhelmstraße gesperrt werden, weil Erde und Wasser in den unter der Fahrbahn verlaufenden U-Bahn-Tunnel gelaufen sind.

„Wir können Hohlräume nicht ausschließen und dürfen deshalb aus Sicherheitsgründen keine Autos darüber fahren lassen“, sagte ein Polizeisprecher. Der Boulevard blieb auch am Montagvormittag wegen technischer Untersuchungen teilweise gesperrt. Geprüft wird durch die zuständigen Behörden, welche Auswirkungen das Wasser auf die Belastbarkeit der Straße hat. Bis es endgültige Ergebnisse gibt, bleibt die Straße zwischen Schadow- und Wilhelmstraße gesperrt.

Die Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Petra Reetz, sagte, dass nach ersten Einschätzungen keine Gefahr im Verzug sei. „Die Straße ist nicht abgesackt.“ Das bestätigte auch die Sprecherin der Projektgesellschaft U5, Heike Müller. „Wir bemühen uns, die Straße für den Berufsverkehr am Montag wieder rechtzeitig freigeben zu können.“

Keine Gefahr für die Straße

Müller sagte, dass Arbeiter am Sonntagmorgen um 6 Uhr bemerkt hätten, dass es in der Nähe des U-Bahnhofs Brandenburger Tor einen Erdeinbruch gegeben hat. „Es handelt sich um etwa sechs Kubikmeter Erde und etwas Wasser“, so Müller. Experten seien nun dabei, Probebohrungen zu machen. „Wir wissen bisher nicht, woher die Erde kommt und ob sich irgendwo ein Hohlraum aufgetan hat.“ Die Situation sei aber stabil. Es bestehe keine Gefahr für den Tunnel, die Bohrmaschine Bärlinde oder die Straße. „Es gab keinen Wassereinbruch“, betonte Sprecherin Müller.

Die Arbeiter, die den Erdeinbruch bemerkt haben, sind zurzeit dabei, die Tunnelvortriebsmaschine Bärlinde in ihre Einzelteile zu zerlegen. Alle Teile sollen durch den bereits fertigen U-Bahn-Tunnel zum Startschacht am Marx-Engels-Forum zurückgebracht werden. Bis Herbst soll Bärlinde dort dann wieder aufgebaut sein, damit mit den Bohrungen für den zweiten Tunnel begonnen werden kann.

Der große Plan ist, dass nach Bau und Inbetriebnahme der Strecke zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor die Linie U55 bis Ende 2019 in der Linie U5 aufgehen soll. Dann erhält die U5 vom Alexanderplatz mit neuen Stopps am Roten Rathaus, an der Museumsinsel und Unter den Linden auch Anschluss am Brandenburger Tor. Bislang verkehrt die U5 zwischen Hönow und Alex.

Tiefster U-Bahnhof Berlins

Soweit das ehrgeizige Vorhaben. Probleme mit dem Grundwasser haben jedoch bereits im vergangenen Jahr zu Bauverzögerungen geführt. So mussten die Arbeiten am künftigen U-Bahnhof Museumsinsel für ein halbes Jahr gestoppt werden. Ende Oktober 2013 kam Bärlinde vor dem zukünftigen U-Bahnhof zum Stehen. Hauptursache waren Probleme mit dem Grundwasser in der Baugrube Museumsinsel Ost, die einmal 42 Meter tief werden soll. Wegen der Gefahr von Wassereinbrüchen hatten Experten vor einer Weiterfahrt des Bohrers gewarnt.

Die BVG und das ausführende Bauunternehmen Bilfinger beauftragten kurz vor Weihnachten 2013 jeweils einen Gutachter, um zu ermitteln, ob mit den ursprünglichen Plänen des Grundwassermanagements weiter gearbeitet werden kann. Beide Gutachter gaben im März dieses Jahres unabhängig voneinander schließlich grünes Licht. Die Rettung für das Großprojekt. Erst nach dem positiven Gutachten konnte auch der für die Stabilisierung der Baugrube Museumsinsel Ost notwendige Aussteifungsrost gebaut werden.

Dieser soll den Erd- und Grundwasserdruck beim späteren Aushub kompensieren. Zu diesem Zweck wurde er wie eine Brücke zwischen die beiden bereits eingelassenen Seitenwände der Baugrube gebaut. Der U-Bahnhof Museumsinsel wird der tiefste U-Bahnhof Berlins. Mit mehr als 20 Meter unter der Erde wird er den U-Bahnhof Brandenburger Tor (17 Meter) als bislang tiefste Station ablösen.