DDR-Relikt

Lenins Kopf bleibt im Waldboden vergraben

Wladimir Iljitsch Lenin sollte den Berliner Westen erobern. Zumindest sein Kopf sollte Kernstück der Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ werden. Doch daraus wird nun nichts.

Foto: Andreas Altwein / dpa

21 Jahre lang stand das 19 Meter hohe Lenin-Denkmal in Berlin-Friedrichshain auf dem heutigen Platz der Vereinten Nationen (zu DDR-Zeiten: Leninplatz). Dann wurde es 1991, nach dem Mauerfall, in einer wochenlangen Aktion abgetragen. In 129 Einzelteile wurde die Statue aus rotem ukrainischen Granit zerlegt und anschließend in der Nähe des Müggelsee in Köpenick im Wald vergraben. Allein der Kopf des von dem Russen Nikolai Tomski im Auftrag der DDR-Führung geschaffenen Denkmals ist 1,70 Meter hoch.

Zumindest er sollte nun wieder das Licht der Welt erblicken. Doch der Kopf von Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924) bleibt wohl vorerst im Boden. Dabei sollte er Kernstück der Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ werden. Daraus scheint nun nichts zu werden.

„Wir sehen es sehr kritisch, nur den Kopf auszugraben. Man weiß nicht, an welcher Stelle er liegt“, sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Und es gebe im Moment kein Geld dafür, das ganze Denkmal auszugraben.

Kopf für die Schau „reservieren“ lassen

Andrea Theissen, Leiterin des Spandauer Kunstamtes und Projektleiterin der Ausstellung, zeigte sich überrascht von der Entscheidung und den Begründungen. „Wir haben den Lageplan. Wir wissen, wo es ist“, sagte sie am Freitag über das Denkmal, das von 1970 bis 1991 auf dem heutigen Platz der Vereinten Nationen stand. „Da ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. Ich werde weiter kämpfen“, sagte Theissen. „Lenins Kopf war von Anfang an in unserer Konzeption enthalten.“ Sie habe ihn sich bereits vor fünf Jahren beim Landesdenkmalamt für die Schau „reservieren“ lassen. Und im Budget der mit EU- und Lottomitteln finanzierten Ausstellung sei die Bergung von Anfang an mit eingeplant gewesen.

Die Ausstellung in der Spandauer Zitadelle soll den Umgang der Berliner mit ihren politischen Denkmälern dokumentieren. Ab Frühjahr 2015 werden Büsten und Statuen gezeigt, die seit dem 18. Jahrhundert entstanden.

Bekannt ist das Lenin-Denkmal auch aus Wolfgang Beckers Film „Good Bye, Lenin!“. Lenins Leichnam wurde einbalsamiert und ist noch heute in einem Mausoleum auf dem Roten Platz in Moskau aufgebahrt. Der Kommunist und Revolutionär gilt als Gründer der damaligen Sowjetunion.