Prozess

Berliner sticht wegen Räumung mit Brotmesser zu - Lange Haft

Der 59-Jährige hatte im September 2013 in Hohen Neuendorf einen 65-Jährigen und eine 72-Jährige mit einem Brotmesser attackiert. Nun muss der Berliner neun Jahre ins Gefängnis.

Nach einer Attacke mit einem Brotmesser auf zwei Bekannte muss ein Berliner neun Jahre in Haft. Das Landgericht Neuruppin verurteilte den 59-Jährigen am Mittwoch wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung, wie eine Sprecherin mitteilte.

Der Mann, der bislang auf freiem Fuß war, wurde noch im Gerichtssaal verhaftet. Die Richter setzten den Haftbefehl wieder in Vollzug, weil sie den Angeklagten als gefährlich einstuften.

Laut Urteil hat er im September 2013 in Hohen Neuendorf (Oberhavel) einem 65 Jahre alten Mann das Messer in den Rücken gerammt, eine Frau (72) erlitt Schnittwunden an Händen und Armen.

Gericht sieht Wiederholungsgefahr

Hintergrund der Tat war ein Streit über die Nutzung von Räumen. Die Seniorin hatte dem Berliner erlaubt, etwa ein Dutzend Umzugkisten in ihrer leerstehenden Eigentumswohnung unterzustellen. Später stellte sie fest, dass er sein komplettes Hab und Gut dort lagert. Daraufhin verlangte sie die Räumung und setzte eine Frist.

Am Räumungstag wurde der 59-Jährige gewalttätig. Da er bis zum heutigen Tag die Wohnung nicht geräumt hat, sah das Gericht eine Wiederholungsgefahr. Nach Einschätzung eines psychiatrischen Sachverständigen sei erneut eine „Affektentladung“ zu befürchten, so die Richter.