Deutsche Oper

Mangelnde Genehmigung legt U-Bahn-Baustelle vorerst still

Am U-Bahnhof Deutsche Oper ruhen die Bauarbeiten. Damit sie weitergehen können, müsste ein Bauzaun verschoben werden. Doch die dafür nötige Genehmigung fehlt. Schuld ist eine Behörde.

Foto: Steffen Pletl

Bei einem der wichtigsten Bauprojekte der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) herrscht teurer Stillstand, weil eine simple Genehmigung für einen Bauzaun fehlt. Bereits seit fünf Wochen, so berichten Anwohner, sind auf der Baustelle am U-Bahnhof Deutsche Oper keine Arbeiter mehr zu sehen. Dabei wollte die BVG bei der Tunnelsanierung für die U2 (Ruhleben–Pankow) längst mit einer neuen Bauphase beginnen.

BVG-Sprecherin Petra Reetz bestätigte den Zeitverzug. „Für den nächsten Bauabschnitt muss ein Bauzaun in die Mitte der Bismarckstraße verschoben werden“, sagte sie. Die dafür nötige Genehmigung sei bereits am 12. Juni bei der Verkehrslenkung Berlin (VLB) beantragt worden, liege bislang aber nicht vor. Warum das so ist, sei unklar. „Für das gesamte Bauvorhaben gab es ein Planfeststellungsverfahren, in dem alle grundsätzlichen Fragen auch zur Verkehrsführung während der Bauarbeiten geklärt wurden“, so die BVG-Sprecherin.

Schon in der Vergangenheit haben auch andere Infrastrukturunternehmen darüber geklagt, dass Genehmigungsverfahren bei der VLB sehr lange dauern würden. Der Behörde, die der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zugeordnet ist, kommt eine zentrale Rolle zu, können doch Bauvorhaben im sogenannten übergeordneten Straßennetz nicht ohne ihre Zustimmung begonnen werden. Damit soll verhindert werden, dass durch nicht abgestimmte Baumaßnahmen plötzlich ganze Stadtviertel oder wichtige Verbindungen lahmgelegt werden.

Die Behörde ist offenbar überlastet

Nach massiven Klagen aus der Wirtschaft über immer mehr Staus in der Berliner Innenstadt hatte Verkehrssenator Michael Müller (SPD) die Aufgaben der VLB nochmals erweitert. Behördenmitarbeiter klagen indes intern darüber, dass sie den immer größeren Abstimmungsaufwand kaum noch bewältigen können. Die Folge sind Genehmigungsverfahren, die immer länger dauern.

Bereits im März 2013 hat die BVG damit begonnen, die mehr als 100 Jahre alten U-Bahn-Tunnel unter der Bismarckstraße und der Richard-Wagner-Straße in Charlottenburg zu sanieren. Weil die Tunneldecken nicht mehr dicht sind, lässt eindringendes Wasser Stahlträger rosten und den Putz von den Wänden fallen. Gearbeitet wird vor allem oberirdisch, die Einschränkungen bekommen daher weniger die U-Bahn-Fahrgäste, sondern vor allem die Autofahrer zu spüren. Für sie stehen weniger Fahrspuren und Parkplätze zur Verfügung. Die Arbeiten im Bereich Deutsche Oper sollten eigentlich bis Jahresende abgeschlossen sein. Ob der Zeitplan gehalten werden kann, konnte die BVG noch nicht sagen.